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1. FC Union Berlin: Weihnachtssingen statt Angst

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Artikelbild - Weihnachtssingen beim 1. FC Union Berlin am 23. Dezember 2016 (Foto: Copyright by Spreadnews.de)
Weihnachtssingen beim 1. FC Union Berlin am 23. Dezember 2016 (Foto: Copyright by Spreadnews.de)

Langjährige Besucher von Traditionsveranstaltungen klagen immer wieder über die Kommerzialisierung „ihres“ Events und das traditionelle Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin macht da sicher keine Ausnahme.

Und natürlich wäre es zu Beginn dieser Tradition im Jahr 2003 den Teilnehmern bizarr vorgekommen, hätte man ihnen von Resevierungs-Tickets und Platzmangel erzählt.

Doch die jährliche Veranstaltung im Stadion Alten Försterei in Berlin-Köpenick hat längst Kultstatus und ist nicht nur bei den Anhängern des Fußballvereins bekannt.

Mittlerweile kann man sogar fast von einem Exportschlager reden, denn längst haben auch andere Städte dieses Konzept für sich entdeckt und übernommen, was in der Vergangenheit so manchen über den „Ausverkauf“ der Tradition grummeln ließ.

Abendlicher Gesang statt Angst und Gewalt

Doch selbst die größten Kritiker werden nicht leugnen können, das gerade aufgrund der tragischen Ereignisse vom 19. Dezember, das Gefühl der Gemeinschaft vielleicht so wichtig ist, wie noch nie zuvor in der Geschichte der Veranstaltung.

Weihnachtssingen 2016: Nur echt mit Kerze und Gesangbuch (Foto: Copyright by Spreadnews.de)
Weihnachtssingen 2016: Nur echt mit Kerze und Gesangbuch (Foto: Copyright by Spreadnews.de)

Tatsächlich war von Angst nichts zu spüren, als die diesjährigen 28.500 Union-Fans ab 17:00 Uhr in das Stadion strömten.

Mit ihren Gesangsbüchern und Kerzen ging es auf die Ränge, um sich mit dem Vorprogramm in Stimmung zu bringen.

Die Stimmung lies man sich dann auch nicht vermiesen und die Gemeinschaft vieler Menschen zum freudigen Gesang ist vielleicht eines der stärksten Zeichen gegen den Terrorismus.

Mit Einbruch der Dunkelheit versank man dann auch nicht in innerer Düsternis, sondern das Lichtermeer der Fans breitete sich im Stadion aus und tauchte es in weihnachtliche Farben.

Weiß-rot ist eben nicht nur die Kleidung des Weihnachtsmanns, sondern auch die Gewandung des wahren Union-Fans – nicht nur zur Weihnachtszeit.

Weihnachtssingen – vom Stadion in alle Welt

Auch wenn die Kritiker womöglich murren werden, die familiäre Atmosphäre werde geopfert und argumentieren, die Stimmung sei sowieso nicht adäquat über einen Bildschirm zu vermitteln, war das Event auch medial präsent.

Über die Webseite des Lokalsenders „Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)“  konnte ab 18:55 Uhr das Weihnachtssingen im Livestream und anschließend von 22:00 bis 22:30 Uhr im Fernsehen verfolgt werden.

Lichtermeer beim Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin 2016 (Foto: Copyright by Spreadnews.de)
Lichtermeer beim Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin 2016 (Foto: Copyright by Spreadnews.de)

Zu diesem Zeitpunkt sind die „Unioner“ allerdings offiziell schon wieder auf dem Heimweg – und auch wenn die Veranstaltung um 21:00 Uhr endet, dürfte für viele Teilnehmer schon klar sein, dass dies nicht ihr letzter Besuch war.

Es sind eben in Berlin immer noch die Fans, die für eine Bombenstimmung sorgen – und dieses Recht lassen sie sich von niemandem aus der Hand nehmen.

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