Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO sucht verschwundene Fukushima-Arbeiter

Japan aktuell: TEPCO sucht verschwundene Fukushima-Arbeiter

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Fukushima 50: Viele Helfer bleiben unbenannt (Abb. symbolisch)
Fukushima 50: Viele Helfer bleiben unbenannt (Abb. symbolisch)
Verbleib von Fukushima-Arbeitern unklar  (Abb. symbolisch)
Verbleib von Fukushima-Arbeitern unklar (Abb. symbolisch)

In der Berichterstattung über aktuelle Entwicklungen seit der Katastrophe in Japan, nehmen Meldungen zum Zustand der Atomruine des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi einen großen Raum ein, dabei gibt es auch weitere Folgen der Krise, die neben den Fukushima News beachtet werden sollten, etwa die Auswirkungen auf Lebensmittel, Landwirtschaft und Energieversorgung.

Aktuelle Informationen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Juni 2011.

00:00 Am morgigen Donnerstag finden sie auf Spreadnews.de weitere Fukushima News sowie weitere Nachrichten über die Situation in japan. Kommen Sie gut durch die Nacht.

TEPCO vermisst Arbeiter: Der Verbleib von insgesamt 69 Arbeitern die am AKW Fukushima Daiichi tätig waren ist ungeklärt. Wie gestern bereits berichtet, sind 30 von ihnen nicht einmal ausreichend identifiziert. Die Regierung warf einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge, dem Betreiber schlampiges Personalmanagment vor und warnte, Terroristen könnten mangelnde Kontrollen ausnutzen. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales wies TEPCO an, die Arbeiter für Strahlungstests zu finden.

TEPCO prüft Wassertanks: Der Betreiber des AKW Fukushima sieht sich mit wachsenden Problemen bei der Lagerung radioaktiver Abwässer konfrontiert. Besonders durch die Regenzeit könnte jetzt der Wasserspiegel schneller steigen als befürchtet.

Wie die Mainichi Shimbun berichtet prüft TEPCO nun die Sicherheit der bislang genutzten Auffangbehälter für schwach- bis mittelschwer radioaktiv belastetes Wasser und erwägt, darin zumindest vorübergehend auch schwer radioaktiv strahlende Abwässer zu lagern.

Teehändler zweifelt Frankreichs Messungen an: Das japanische Unternehmen, in dessen Grüntee bei einer Kontrolle am französischen Flughafen Charles de Gaulle radioaktives Cäsium über dem EU-Höchstwert von 500 Becquerel pro Kilogramm enthalten haben soll, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Mehrfache, freiwillig durchgeführte Kontrollen der Firma in der Präfektur Shizuoka hätten einen Wert von 400 Bq/kg ergeben.

Bei dem beanstandeten Tee handelt es sich nach Angaben der Asahi Shimbun um Genmaicha, eine Mischung aus grünem Tee und geröstetem Naturreis, der besonders im Sommer als Eistee beliebt ist. Die Exportware ist nur für den französischen Markt bestimmt und in Japan selbst nicht erhältlich. Das betroffene Unternehmen befindet sich in der Stadt Omoezaki in der für ihren Teeanbau berühmten Präfektur Shizuoka.

TEPCO drosselt Wasserkühlung in Fukushima Daiichi: Um einen Anstieg des Wasserpegels durch das in den Keller leckende radioaktiv belastete Kühlwasser zu verzögern, fährt der Betreiber die Einspeisung von Kühlwasser in den Reaktoren 1 und 2 um 0,5 Tonnen Wasser herunter. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji

Die ständige Kühlung ist nötig um ein weiteres Schmelzen der Brennstäbe zu verringern, gleichzeitig steigt dadurch jedoch der radioaktive Wasserstand im Keller. Um diesen Teufelskreis zu entkommen, setzt man auf die neu gebaute Dekontaminationsanlage, die radioaktiv belastetes Wasser recyclen und dieses dann als Kreislauf in eine externe Kühlanlage geleitet werden soll, so dass die weitere Einspeisung von Wasser überflüssig wird.

Sendeturm Tsutenkaku in Osaka (Japan)
Sendeturm Tsutenkaku in Osaka

Osaka-Wahrzeichen auf Energiesparkurs: Der 103 Meter hohe Sende- und Aussichtsturm Tsutenkaku, eines der Wahrzeichen der Stadt Osaka, ist nicht nur an seiner großen Werbung für Hitachi leicht zu erkennen, sondern zeigt mit zwei verschiedenen Farben an seiner Spitze auch die Wettervorhersage an.

Nun will das Unternehmen die bisherige Beleuchtungstechnik aus Neonröhren durch moderne LED-Leuchten ersetzen, wodurch den Energiebedarf um die Hälfte sinken werde, und auf diese Weise zur nationalen Stromersparnis beitragen.

Die Arbeiten sollen am 1. Juli beginnen und am 28 Oktober abgeschlossen sein. Das neue System wird zudem mehr Farbtöne als die alte Beleuchtung darstellen können, so eine Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo.

 


Fischer wollen Fukushima-Stigma entgehen:
Fischer aus der Stadt Iwaki, das an der Grenze zum Sperrgebiet von Fukushima liegt, laufen mit ihrem Fang nun den Hafen von Chiba an, anstatt den innerhalb der Präfektur Fukushima liegenden Hafen Onahama, weil sie befürchten, mit der Herkunftskennzeichnung den gefangenen Bonito (auch Blaufisch genannt) nicht erfolgreich verkaufen zu können, obwohl die strengen Vorgaben für den Fischfang eingehalten werden. Das meldet die Mainichi Shimbun.

Spenden sind kein Einkommen: Die japanische Nachrichtenagentur Jiji beruft sich auf mit den Angelegenheiten vertraute Quellen, wenn sie berichtet, dass die Präfekturalverwaltung von Fukushima sechs Sozialämter dazu angewiesen hat, Haushalten die von der Sozialhilfe leben, die erhaltenen Spenden nicht als Einkommen zu berechnen, was sonst eine Kürzung der Bezüge nach sich ziehen würde.

Zuvor waren in mehreren Orten in der Präfektur aufgrund der bisherigen Regelung, die Zahlung von Sozialleistungen an Spendenempfänger eingestellt worden.

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