Start Aktuelles 15. Weihnachtssingen beim 1. FC Union Berlin: Zwischen Seligkeit und Schwarzmarkt

15. Weihnachtssingen beim 1. FC Union Berlin: Zwischen Seligkeit und Schwarzmarkt

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Artikelbild - Tickets zum Weihnachtssingen des 1. FC Union 2017 (Foto: Copyright by Spreadnews.de)
Tickets zum Weihnachtssingen des 1. FC Union 2017 (Foto: Copyright by Spreadnews.de)

Auch wenn so manches Urgestein darüber klagen mag, die Veranstaltung habe ihren einstigen, leicht anarchischen Charme eingebüßt und andererseits Vereine im ganzen Land das Konzept kopiert haben – das Original bleibt nun einmal am besten.

Auch in diesem Jahr lud der 1. FC Union Berlin zum traditionellen Weihnachtssingen in die Alte Försterei nach Berlin-Köpenick. Zum 15. Mal versammelten sich Fans des Vereins, sowie Weihnachtsfreunde dort, um gemeinsam Lieder anzustimmen.

1. FC Union Berlin - Vorfreude auf das Weihnachtssingen (Foto: Copyright by Spreadnews.de)
1. FC Union Berlin – Vorfreude auf das Weihnachtssingen (Foto: Copyright by Spreadnews.de)

Tatsächlich bleibt bei den „Eisernen“ die Terrorangst vor der Tür, denn wie der Veranstalter versicherte, wurden nicht mehr Sicherheitsvorkehrungen getroffen, als sonst bei derartigen Veranstaltungen ohenhin üblich sind.

Was 2003 mit 89 Enthusiasten als nicht ganz legale Aktion begann, hat längst Kultstatus – und so konnte sich jeder glücklich schätzen, der eines der 28.500 Tickets ergattern konnte. Diese waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft.

Erstmals seit Beginn der Veranstaltung wurden die Karten auch nicht mehr über den freien Verkauf angeboten, sondern mussten vorbestellt werden.

Rekordpreise auf dem Schwarzmarkt

Das ist vielleicht auch der unschöne Aspekt der gemeinschaftlichen Weihnachtsromantik – bereits wenige Stunden nach Beginn des Kartenvorverkaufs fanden sich die ersten der begehrten Karten auf einschlägigen Verkaufsplattformen im Internet.

Wer tatsächlich das Risiko eingehen wollte, und auf dem Schwarzmarkt an Eintrittskarten suchte, musste nicht nur astronomische Preise fürchten – auch mit Betrügern muss bei derartigen Geschäften gerechnet werden, die es lediglich auf das Geld abgesehen haben.

Auch hier gilt eben nur das Original.

Event der Gemeinsamkeit

Ungeachtet aller Unkenrufe und umstrittener Entscheidungen und Geschehnisse um den Ticketvorverkauf folgte das Weihnachtssingen dem aus den Vorjahren vertrauten Muster, dass bei vielen Beteiligten nicht nur Routine, sondern erwartungsfrohes Ritual geworden sein dürfte.

Weihnachtssingen 2017: Eine Tradition mit Vorbildfunktion (Foto: Copyright by Spreadnews.de)
Weihnachtssingen 2017: Eine Tradition mit Vorbildfunktion (Foto: Copyright by Spreadnews.de)

Nach dem Einlass um 17:00 Uhr und dem Vorprogramm, dass die Fans mit den rot-weißen Mützen in Stimmung brachte, begann um 19:00 Uhr das gemeinsame Weihnachtssingen.

Anders als bei den Nachahmern in anderen Städten, soll dabei auch künftig der ursprüngliche Charakter bewahrt bleiben, so dass auf  spektakuläre Shows und zweifelhafte Star-Auftritte weiterhin verzichtet wird.

So waren es dann mit Einbruch der Dunkelheit auch in bewährter Weise ausschließlich der Chor des Emmy-Noether-Gymnasiums und die Blasmusikkapelle, die den Ton vorgaben und zum Gesang aus tausend Kehlen führten – ganz ohne jede Z-Promis.

Die haben die Berliner Weihnachtsfreunde auch gar nicht nötig, schließlich singt man ja gemeinsam – und hat damit vielleicht doch noch etwas vom Geist der 89 Veteranen erhalten, die einst dem Winter trotzten und sich das Herz musikalisch wärmten.

Hinweis: Leser die den Fernseh-Lokalsender rbb empfangen können, haben ab 20:15 Uhr die Möglichkeit, etwas zeitversetzt die Berliner Tradition im Fernsehen zu verfolgen.