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Abwanderung in Steueroasen

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Hong Kong, Foto: Eckhard Pecher
Hong Kong, Foto: Eckhard Pecher

Nachdem den Finanzministerien der Bundesrepublik Deutschland immer wieder CDs mit Daten von Steuersündern aus Alpenländern angeboten wurden, wandern laut „Spiegel“-Berichten immer mehr deutsche Schwarzgelder aus der Schweiz in die Steueroasen Hongkong und Singapur, um dem Fiskus zu entkommen.

Wie der Spiegel berichtet, halten es Spitzenbeamte des Bundesfinanzministeriums sogar für möglich, dabei Unterstützung durch Schweizer Banken zu erhalten.

Vermutet wird eine Summe von rund 200 Milliarden Euro Schwarzgeld laut „Spiegel“, die auf Schweizer Konten lagern. Ein Großteil dieser Gelder würde nun abfließen.

Bereits im laufenden Jahr seien 62 Milliarden Franken abgeflossen, sagte der Schweizer Volkspartei -Nationalrat und Bankenexperte Hans Kaufmann am Mittwoch auch dem Schweizer Tagesanzeiger. Hierbei spricht er jedoch allgemein von ausländischer Kundschaft, nicht nur der deutschen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte im Oktober mit der Schweiz Verhandlungen über eine bessere Zusammenarbeit in Steuerfragen aufgenommen und ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) unterzeichnet.

Das Abkommen soll eine Abgeltungssteuer auf künftige Erträge sowie eine Besteuerung des Altvermögens enthalten. Mit der verbesserten Zusammenarbeit soll gemeint sein, dass die Schweiz Personendaten von Bankkunden auf Anfrage herausgibt (also das Bankgeheimnis eingeschränkt wird), Deutschland dafür im Gegenzug keine Steuersünder-CDs ankauft. Eine gleichwertige Regelung, insbesondere zur Amtshilfe, gibt es weder mit Singapur noch mit Hongkong.

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