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Ägypten: Langsame Freigabe des Internets nach Sperrung

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Der Streit zwischen der Regierung und Protestlern in Ägypten dauert an, doch während das Militär, das über Sympathien beim Volk verfügt dazu aufruft, die gewaltsamen Demonstrationen zu beenden, hat die Protestbewegung zumindest im Netz offenbar einen weiteren Sieg davongetragen .

So jedenfalls werden sie die Wiederherstellung der Internet-Breitbandverbindungen bewerten, nachdem das Land durch Netzsperren, die aufgrund staatlicher Anordnungen von den Providern durchgeführt worden waren, fünf Tage praktisch ohne Zugang zum Internet gewesen war.

Die Sperrung war zwar in vielen Fällen durch die Verwendung alternativer Möglichkeiten, wie etwa der Einwahl per Analogmodems oder dem Versand von Voicemail, der in Kooperation von Google und Twitter ermöglicht wurde, teilweise ausgehebelt worden.

Dennoch hat die Freigabe der Breitbandzugänge natürlich zu einem sprunghaften Anstieg der Interneteinwahlrate geführt, was jedoch nach dem langen Ausfall von Aktualisierungen und Updates durchaus sicherheitstechnische Probleme nach sich ziehen könnte.

Weiterhin gesperrt ist der Zugang zu verschiedenen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, über die sich der Widerstand organisiert. Doch auch diese Zensurbestrebung lässt sich etwa durch den Einsatz von Anonymisierungsdiensten wie dem Tor-Projekt umgehen.

Unterdessen meldet sich auch der Mobilfunkanbieter Vodafone zu Wort und behauptet, der SMS-Dienst sei von der Regierung dazu missbraucht worden, Kurznachrichten mit regierungsfreundlichen Aussagen an Vodafone-Kunden zu senden, ohne das man Einfluss darauf gehabt hätte.

Vodafone wehrt sich damit gegen die Vorwürfe das Mubarak-Regime zu stützen, die Regierung habe vielmehr die juristischen Möglichkeiten den Versand von SMS zu erzwingen, ohne dass der Betreiber Kenntnis vom Inhalt habe.

Mittlerweile nutzt nun stattdessen das Militär neben dem Staatsfernsehen auch die Mobilfunkdienste, um per SMS, die Opposition zum Ende der Proteste zu bewegen.

Während also der Mobilfunkbetreiber gegen die politische Instrumentalisierung seiner Dienste protestiert, macht erneut die umstrittene Gruppierung Anonymous mit Angriffen von sich reden. Diese richten sich, wie in diesem Fall zu erwarten, vor allem gegen Webseiten der ägyptischen Regierung, verschiedene Behörden und andere staatliche Stellen.

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