Start Reisen und Touristik Air Berlin: Einsparungen wegen Flugsteuer

Air Berlin: Einsparungen wegen Flugsteuer

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Ab Januar 2011 gilt die von der Bundesregierung im September dieses Jahres festgelegte Luftverkehrssteuer. Air Berlin, Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, reagiert nun auf diese Maßnahme und hat ein Sparprogramm angekündigt. Da es nach Aussage von Unternehmenschef Joachim Hunold nicht möglich sein wird, die Steuer voll und ganz an die Kunden weiterzugeben, werde das im SDax notierte Unternehmen seine Kapazitäten verringern müssen. Das kann sich durchaus auf die Anzahl der Beschäftigten ausüben.

Air Berlin erwartet durch die ab dem Jahreswechsel geltende Steuer einen negativen Effekt von 160 bis 170 Millionen Euro. Diese Belastungen seien Anlass dafür, erhebliche Sparmaßnahmen einzuführen. So kündigte die Airline am Donnerstag an, seine Kapazitäten im Sommer um fünf Prozent zu reduzieren und die Flotte um sieben Maschinen verringern.

Durch diese Maßnahmen will das Unternehmen verhindern, dass die steigenden Kosten, die aufgrund der Flugsteuer entstehen, voll und ganz von den Kunden getragen werden. Denn trotz der derzeitigen optimistischen Entwicklung der Konjunktur bleibt Air Berlin für das kommende Jahr vorsichtig. 

Die Konkurrenz sei nach Angaben des Air-Berlin-Chefs Joachim Hunold sehr groß. Und aufgrund dieses harten Wettbewerbs im Flugverkehr sehe er keine Möglichkeit, die Ticketsteuer auf allen Strecken zu 100 Prozent an die Passagiere weiterzugeben.

Ursprünglich hatte Air Berlin angekündigt, die Kapazitäten aufzustocken. Ein weiterer Plan der Fluglinie ist es, künftig die Durchschnittserlöse und die Auslastung zu steigern, die Kosten dabei jedoch weiterhin zu senken. Für das laufende Jahr rechne das Unternehmen mit einer Steigerung von Umsatz und Vorsteuerergebnis (Ebit).

Auch die Lufthansa hatte als Reaktion auf die Luftverkehrssteuer angekündigt, die zusätzliche Abgabe nicht eins zu eins auf die Ticketpreise aufzuschlagen. Auch hier wurde als Grund der zu hart umkämpfte Markt genannt. Die irische Billigfluglinie Ryanair strich wegen der neuen Steuer Flüge innerhalb des Streckennetzes Deutschland.

Über die Flugsteuer
Die Bundesregierung hatte im September beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2011 für Abflüge aus Deutschland eine Ticketsteuer erhoben werden muss. Je nach Entfernung beträgt diese 8,25 oder 45 Euro Steueraufschlag pro Passagier. Der Staat erhofft sich von dieser Maßnahme jährliche Mehreinnahmen in Höhe von einer Milliarde Euro.

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