Start Panorama Antisemitische Pöbeleien von Schülern gegen Mitarbeiter des Jüdischen Museums Berlin

Antisemitische Pöbeleien von Schülern gegen Mitarbeiter des Jüdischen Museums Berlin

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Nachdem sie zuletzt vor allem wegen gewalttätiger Übergriffe im Bereich von U-Bahnen negativ aufgefallen waren, sind es nun Äußerungen gegen jüdische Mitbürger, die kein gutes Licht auf die heutigen Jugendlichen werfen.

Mitarbeiter der Jüdischen Museums Berlin brachen am Freitag in Erkner (Oder-Spree) ihre mobile Ausstellungstour ab, nachdem sich ein Schüler „ablehnend“ geäußert hatte.

Über den genauen Wortlaut ist nichts bekannt, eine antisemitische Beleidigung ist jedoch  naheliegend.

Zwar entschuldigte sich der Schüler später und die Schule vereinbarte einen Besuch der Schulklasse im Jüdischen Museum, aber einen bitteren Beigeschmack hat der Zwischenfall dennoch.

Ebenfalls mit antisemitischen Parolen waren zuvor Mitarbeiterinnen des Jüdischen Museums, die an einem Workshop an einer Oberschule in Werder (Potsdam-Mittelmark) teilnehmen wollten, beschimpft worden. Laut eines Zeitungsberichts sollen Sätze wie:Euch hätte man früher vergast, gefallen sein. Die Mitarbeiterinnen hätten selbst die Polizei gerufen, weil der zuständige Lehrer der 10. Klasse offensichtlich nicht umgehend auf die Parolen reagiert hatte. Der Staatsschutz ermittelt – die Mitarbeiterinnen verzichteten auf eine Anzeige.

Der Vorfall wird derzeit vom brandenburgischen Bildungsministerium überprüft. Ein Sprecher des Ministeriums sagte im Hinblick auf mögliche Folgen für die Schüler, dass ordnungsrechtliche Maßnahmen zwar in der Verantwortung der Schule selbst lägen, man aber davon ausgehe, dass das völlig inakzeptable Verhalten der vier 15-jährigen Schüler Konsequenzen habe werde.

1 KOMMENTAR

  1. Ohne den Fall von jugendlicher Unbedachtheit und Gruppeneskalation überbewerten zu wollen: Nach Aussage einer mir bekannten Schülerin dieser Schule, hat eine Lehrerin nach dem Vorfall sich nicht abgewendet, sondern den Pausenhof verlassen, um unverzüglich die Rektorin zu informieren. Unabhängig von einer möglichen Dienstverfehlung – das Verlassen des Pausenhofs durch eine Aufsichtsperson – ist das vielleicht ungeschickt, aber nicht verwerflich.

    Aber: An anderen Schulen, meine Frau ist Lehrerin, wären Lehrer direkt dazwischen gegangen, hätten die Verantwortlichen herausgesucht und die nötigen Disziplinarmaßnahmen eingeleitet. Dies ist nach Beschreibung der Augenzeugin zumindest in aller Deutlichkeit nicht passiert.

    Ein zweites Aber: Ohne das Umfeld zu betrachten kann so ein jugendliches Verhalten nicht vollständig bewertet werden. Was durch gerade jungen Erwachsenen Werderanern manchmal an rassistischen Äußerungen fällt, auch von ansonsten ganz netten mir bekannten Personen, ist mir aus meiner alten Heimat nicht geläufig. Es wird lauthals über „Ausländerpack“, „die Türken“ und „so was brauchen wir hier nicht“ lamentiert, ohne sich allerdings offen als rechtsradikal zu bekennen. Und es vielleicht auch nicht zu sein. Übrigens auch von Schülern dieser Schule.

    Ob das allerdings ein „Werder Spezial“ oder der allgemeine Trend ist, kann ich nicht beurteilen.

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