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AOL plant Fusion mit Yahoo


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Sinkende Marktanteile lassen den einstigen Internetpionier AOL die eigene Zerschlagung und eine anschließende Fusion mit Yahoo in Erwägung ziehen. Die Pläne gäbe es bereits schon länger, doch Yahoo selber sei noch nicht kontaktiert worden. Dies teilte die Nachrichtenagentur Reuters am Montag mit. Sie beruft sich in ihrer Meldung auf Informationen von Personen, die AOL in Bezug auf die aktuellen Pläne nahestünden.

Der Plan sei nach Aussage dieser Informanten kompliziert und beinhalte die Trennung AOLs vom traditionellen Geschäft mit Internetzugängen von der Werbesparte. Ziel sei es, das beide Unternehmen, AOL und Yahoo, im Geschäft der Onlinewerbung gemeinsam fusionieren.

Der Anteil am Gesamtumsatz von 2,4 Milliarden Dollar, den AOL mit seinen vier Millionen Internetkunden macht, schätzen Experten in diesem Jahr auf etwa eine Milliarde Dollar. Die traditionelle Sparte erwirtschaftet also noch immer einen ansehnlichen Umsatz.

Dennoch, AOL hat in der Vergangenheit definitiv bessere Zeiten erlebt. Das Unternehmen kann sich freuen, wenn es im aktuellen Geschäftsjahr bestenfalls lediglich stagniert. Branchenkenner rechnen in diesem Jahr sowohl im Internetzugangs-Geschäft als auch bei der Werbung mit einem Umsatzminus von knapp 30 Prozent.

Demzufolge könnte die Fusion des Werbegeschäftes mit dem kalifornischen Konkurrenten Yahoo eine sinnvolle Strategie für AOL sein. In der kompletten Neuaufstellung steckt viel Potential, für beide Firmen: Während Yahoo für seine Zielgruppe bei Sport- und Wirtschaftsnachrichten sowie dem E-Mail-Verkehr attraktiv ist, hat AOL bei Stadtplänen und Promiberichten ganz klar die Nase vorn.

Ob die Pläne verwirklicht werden können, hänge nun von potenziellen Käufern für die Internetzugangssparte und der Entscheidung Yahoos ab. Es sähe derzeit sehr stark danach aus, dass das kalifornische Unternehmen durch einen Finanzinvestor zerschlagen würde und die Yahoo-Anteile in Asien zum Verkauf stünden. Doch einem Informant zufolge würde den Yahoo-Aktionären bei einem möglichen Verkauf eine Steuerzahlung in Höhe von 38 Prozent des Erlöses bevorstehen. Die Entscheidung bleibt also abzuwarten.

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