Start Wirtschaft Aufstände in Ägypten lassen Ölpreise steigen

Aufstände in Ägypten lassen Ölpreise steigen

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Das hat Kairo noch nicht gesehen: Seit Tagen gehen mehrere Hunderttausende Regierungsgegner auf Ägyptens Straßen und protestieren gegen den noch amtierenden Präsidenten Husni Mubarak. Die Lage ist prekär, die Demonstranten werden jeden Tag mehr, die Streitkräfte versuchen sie unkontrolliert in Schach zu halten.

Die ganze Welt schaut täglich die Nachrichten, um die aktuellen Entwicklungen in diesem arabischen Land zu verfolgen. Doch tun dies viele vor allem auch aus dem Grund, da sie befürchten, dass die Situation in Ägypten einen direkten Einfluss auf die Entwicklung der Ölpreise im Westen haben wird.

Die ägyptische Opposition erhofft sich den offiziellen Sturz des seit nunmehr fast 30 Jahren amtierenden Präsidenten bis diesen Freitag. Die Demonstranten sind bestärkt, fühlen sie sich doch definitiv in der Überzahl. Doch die Unruhen sind auch beängstigend. Plündereien, Zerstörungen, gewalttätige Auseinandersetzungen – all dies gehört seit Tagen zum täglichen Geschehen.

Die meisten deutschen Firmen haben ihre Mitarbeiter, die in ägyptischen Niederlassungen stationiert sind, bereits wieder nach Hause geholt. Urlauber fliegen zurück und Reiseveranstalter sowie das Auswärtige Amt warnen vor Ägyptenreisen.

Doch Ägypten ist ein wichtiger Absatzmarkt für Deutschland, 2009 wurden deutsche Waren im Gesamtwert von 2,6 Milliarden in dieses nordafrikanische Land exportiert. Auch besteht ein enger Zusammenhang Ägyptens mit der Förderung von Öl. Denn der von Ägypten kontrollierte Suez-Kanal wird von vielen Förderunternehmen genutzt, um das Öl vom Roten Meer ins Mittelmeer zu verschiffen. Sollte diese Zufahrtsstraße nun aufgrund der Unruhen geschlossen werden, so würden sich weitaus längere Transportwege entlang des Kaps der guten Hoffnung ergeben.

Das würde mehr Zeit kosten und damit mehr Kosten für den Transport verschlingen. Die Börsen befürchten, dass die Rohölkonzerne diese Mehrkosten auf die Verbraucherpreise aufschlagen werden. Auch wenn dieses Szenario bislang nicht eingetreten ist und im Falle dessen nur relativ geringe Prozentzahlen der Ölförderung betroffen wären – der Kanal ist für die großen Schiffe gar nicht passierbar, so sind die Ölpreise in den vergangenen Tagen bereits deutlich gestiegen.

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