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Automobilindustrie: Saab droht das Aus

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Dem schwedischen Automobilunternehmen Saab scheint nun endgültig das Geld auszugehen. Im ersten Halbjahr verzeichnete das Unternehmen einen enormen Verlust von 201,5 Millionen Euro. Auch die Aktienkurse brachen in den letzten Wochen immer stärker ein. Die roten Zahlen haben das Unternehmen so sehr in finanzielle Nöte manövriert, dass den Angestellten für August kein Lohn gezahlt werden konnte.

Auch die Zulieferer Saabs warten auf ihr Geld. Da sie seit Monaten auf nicht bezahlten Rechnungen sitzen, haben sie den Versand von Produktionssteilen, die Saab für die Herstellung neuer Fahrzeuge benötigt, eingestellt, Daher musste Saab die Autoproduktion seit April gezwungenermaßen auf Eis legen.

Anfang 2010 hatte General Motors, der damalige Eigentümer Saabs, die Tochter an das niederländische Unternehmen Swedish Automobile verkauft. Dies schien dem angeschlagenen Unternehmen wieder Fahrtwind zu geben, denn es wurden wieder mehr Autos verkauft und Saab konnte die Gewinnschwelle wieder erreichen.

Doch nun scheint es wirklich keine Aussicht mehr zu geben. Die Gewerkschaft Unionen hat am Montag bekannt gegeben, beim Amtsgericht Vänersborg einen offiziellen Insolvenzantrag gestellt zu haben. Dies läge in der Tatsache begründet, dass die Lohnzahlungen der Angestellten Saabs nicht mehr sichergestellt seien.

Zeitgleich teilte Swedish Automobile am Montag mit, dass Saab durch einen Lizenzvertrags-Deal mit dem chinesischen Unternehmen Youngman 70 Millionen Euro zustehen. Als Reaktion auf diese Nachricht legten die Aktien von Swedish Automobile heute rund 150 Prozent zu.

Experten meinen jedoch, dass die Investoren aus China Saab lediglich eine Verschnaufpause gäben. Auf mittelfristige Sicht sei ein Konkurs des Autobauers, der seit jeher für Qualität und soziale Gerechtigkeit steht, einfach nicht mehr abzuwenden. 

Es habe sich im Laufe der vergangenen Jahre herausgestellt, dass die großen Konkurrenten wie BMW und Daimler mit ihren immer wieder neuen Modellen den Markt beherrschten und Saab keine Chance gegen die Großen habe.

Das ist schade, hat sich Saab mit extravaganten Designs doch immer positiv abheben können vom Massenmarkt der Nobelkarosserien. 

Doch es kostet viel Geld, mit einem neuen Modell an den Markt zu gehen. Geld, das Saab nicht hat. Die erforderlichen Mittel können nach Meinung der Branchenexperten weder kurz-, noch mittel- oder gar langfristig aufgebracht werden.

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