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Azubimangel in Norddeutschland


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Das Hamburger Abendblatt veröffentlichte jüngst eine aktuelle Arbeitsmarktstatistik, die erstmals in Zusammenarbeit von Arbeitgeberverband Nordmetall und der IG Metall Küste erstellt wurde. Hieraus geht hervor, dass die norddeutsche Elektro- und Metallindustrie nicht genügend Bewerber für die offenen Ausbildungsplätze hat.

Insgesamt 900 Lehrstellen in der Branche der Elektroberufe, welche als besonders zukunftsträchtig gilt, konnten diesen Sommer nicht besetzt werden. Konkret gibt der Bericht an, dass Ende Juni dieses Jahres auf 3471 gemeldete Lehrstellen nur 2572 Bewerber kamen.

Der aktuelle Arbeitsmarktmonitor führt die Ergebnisse der Arbeitsmarktuntersuchung in den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und das nordwestliche Niedersachsen auf.

Nach Meinung des Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Thomas Klischan, den das geringe Interesse der Azubis am Elektroberuf wundert, könne es jedoch nicht daran liegen, dass die Auszubildenden ein zu geringes monatliches Gehalt bekämen. Denn die Ausbildungsvergütung liegt mit 840 bis 950 Euro definitiv im Bereich des Normalen.

Vielmehr geht Klischan laut einem Abendblatt Bericht davon aus, dass die Jugendlichen sich den Anforderungen der Ausbildung zu Elektroberufen nicht gewachsen fühlen. Es müssten generell mehr Anreize geschaffen werden, damit die jungen Menschen sich besser orientieren können, bevor sie sich auf eine bestimmte Lehre festlegen müssen.

Auch beim Flugzeugbauer Airbus, der seine deutsche Niederlassung in Hamburg Finkenwerder hat, ist zu spüren, dass sich der deutsche Nachwuchs anscheinend nicht richtig für die Metallindustrie interessiert. Airbus will daher im Ausbildungsjahr 2012 den Frauenanteil in gewerblich-technischen Berufen und den dualen Studiengängen auf 20 Prozent erhöhen.

Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) legt Airbus als größtem privaten Ausbildungsbetrieb der Hansestadt eine große Bedeutung bei. Er unterstützt Airbus darin, so vielen jungen Menschen wie möglich eine professionelle Berufsausbildung zu ermöglichen. Nur so sei nach Aussage Scholz dem Fachkräftemangel von morgen effizient und nachhaltig zu begegnen.

Des weiterem geht aus dem Arbeitsmarktmonitor hervor, dass die grundsätzliche Zahl der offenen Stellen in Norddeutschland im Juni im Vorjahresvergleich um 726 auf 1760 gestiegen sei. Das sind ganze 70 Prozent mehr verfügbare Jobs als dies noch vor einem Jahr der Fall war.

Zwar habe sich die Arbeitslosigkeit in der norddeutschen Region durchaus weiter verringert, doch es sei auch zunehmend ein Trend dahingehend zu erkennen, dass immer mehr ältere Menschen arbeitssuchend sind. So suchten im Juni 67 545 Menschen im Alter von über 54 Jahren einen Job. Das sind 9,8 Prozent mehr als es im Vorjahr waren.

Für die negative Entwicklung der Arbeitslosigkeit unter den über 54-Jährigen sehen die Experten unter anderem den Wegfall der so genannten Ein-Euro-Jobs. Der IG-Metall-Bezirksleiter forderte im Abendblatt Bericht daher die Unternehmen auf, neue Arbeitszeitmodelle zu schaffen.

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