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Bauern hoffen auf EHEC-Schadenersatz

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Der EHEC-Keim kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für die deutschen Bauern. Gerade jetzt, da die Hochsaison für Salat, Gurken und Tomaten herrscht, trifft es genau dieses Gemüse am härtesten. Obwohl die vergangene Woche herausgegebene Warnung vor spanischen Gurken wieder zurückgenommen wurde und es nun angenommen wird, dass wahrscheinlich Sprossen die Quelle des gefährlichen Darmkeims sind, sind die Verbraucher extrem verunsichert.

Und das ist kein Wunder! Der EHEC-Keim ist ganz besonders aggressiv, kann er im schwersten Fall sogar zu akutem Nierenversagen und dann zum Tod führen. Die deutschen Konsumenten wollen nichts riskieren und gehen auf Nummer sicher, indem sie vor allem auf den Verzehr von Rohkost wie frischen Salaten, Gurken und Tomaten verzichten. Da noch immer unklar ist, wie genau der EHEC-Keim sich verbreitet, ist die Vorsicht durchaus ernst zu nehmen.

Doch nicht nur aus gesundheitlicher Sicht ist die EHEC-Krise fatal. Auch die Wirtschaft, vor allem die Landwirtschaft trifft es extrem hart. Nach geschätzten Angaben des Deutschen Bauernverbands (DBV) haben Medienberichten zufolge die hiesigen Landwirte bisher bereits 50 Millionen Euro Umsatz einbüßen müssen. Zurzeit werden täglich nur noch 50 Prozent des einstigen Umsatzes mit Gemüse erzielt.

Doch die EU-Kommission in Brüssel sei nach weiteren Angaben bereits dabei, einen Vorschlag für kurzfristige Ausgleichszahlungen für die betroffenen Gemüsebauern zu erarbeiten. Das teilte der Sprecher von EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos am heutigen Montag mit.

Obwohl vor allem in norddeutschen Raum das Epizentrum der Keime zu lokalisieren ist, haben alle Bauern der EU mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Denn in ganz Europa ist der Verzehr von Gemüse in den vergangenen Tagen drastisch  zurückgegangen.

Vor allem aufgrund der Warnung vor spanischen Gurken haben die spanischen Bauern herbe Verluste hinnehmen müssen, nachdem sie tonnenweise Gurken vernichten mussten. So hatten spanische Bauernverbände die Verluste für Landwirte auf 200 Millionen Euro pro Woche geschätzt. Russland hat gar ein Importverbot von Gemüseprodukten aus der EU verhängt.

Derzeit ist die EU-Kommission dabei, unterschiedliche rechtliche Möglichkeiten für Entschädigungen zu prüfen. Eine Option bestünde demzufolge darin, dass Bauern, die Mitglied in Produktionsgemeinschaften sind, Zahlungen aus Brüssel bekommen. Auf staatlicher Ebene könnte es zudem zu Subventionen der betroffenen Landwirte kommen.

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