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Berlin: Bombendrohung an der Humboldt-Universität

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An der Humboldt-Universität Berlin ist die für 18:00 Uhr angekündigte Rede des türkischen Präsidenten Gül im Audimax wegen einer Bombendrohung kurzfristig abgesagt worden.

Abdullah Gül wollte in der Universität eine Rede zu deutsch-türkischen Beziehungen halten. Schon eine halbe Stunde vor Redebeginn wurde das Audimax wegen Überfüllung geschlossen. Viele Menschen die vor der Tür standen und nicht hineingelassen werden konnten, äußerten ihre Unzufriedenheit.

Noch vor Beginn der Rede wurde diese abgesagt, der Saal geräumt. Ersten Berichten zufolge habe es eine Bombendrohung gegeben und die Polizei habe diese als „ernstzunehmend“ eingestuft.

Das Universitätsgelände werde auf Sprengstoff untersucht, die Straße Unter den Linden wurde weiträumig von der Polizei abgesperrt. Die Besucher die der Rede beiwohnen wollten, stehen nun vor dem Universitätsgelände. Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs war es erlaubt worden, die stehenden Busse der BVG (Berliener Verkehrsbetriebe)  zu verlassen.

Anderen Berichten zufolge gab es von der Polizei bislang keine Stellungnahme, der Grund der Räumung sei unbekannt, auch die Universität habe bislang keine Stellungnahme abgegeben. Auch von politischer Seite, dem Bundespresseamt, gibt es gegenwärtig (18:59) keine Informationen.

Update: Ein Polizeisprecher sagte offenbar nun, der erhaltene Anruf sei sprachlich schwer verständlich gewesen, eine Bombendrohung sei wahrscheinlich.

Der türkische Staatspräsident ist  unterdessen bereits ins  Schloss Bellevue, Amtssitz des Bundespräsidenten gebracht worden, erklärte ein Sprecher der Polizei in Berlin.

Für den heutigen Tag waren zwei Demonstrationen angemeldet worden. Die eine sei eine Willkommensgeste für Präsident Gül gewesen, die andere habe die Person von Abdullah Öcalan, inhaftiertem Führer der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK zum Thema gehabt. Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen der Bombendrohung und der Demonstration der Kurden in Berlin-Mitte besteht, ist unklar.

Mittlerweile hat sich die Drohung als gegenstandslos erwiesen –  Experten fanden keinen Sprengstoff. Staatspräsident Gül konnte seine Rede nachholen.