Start Wirtschaft Billig-Auto Tata Nano erfolglos

Billig-Auto Tata Nano erfolglos

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Der indische Autohersteller Tata hatte mit seinem Kleinwagen Nano Großes vor: Für 100.000 Rupien, das sind umgerechnet 1500 Euro, wollte der Konzern Millionen Inder erreichen, die sich bislang noch kein Auto leisten konnten. Langfristig wollte Ratan Tata pro Jahr mehr als eine Million Nano-Modelle produzieren und in alle Welt verschiffen lassen. Doch aktuelle Zahlen belegen: Das Miniauto verkauft sich denkbar schlecht. Mehrere Pannen und Preiserhöhungen, die den Endpreis auf 1900 Euro haben ansteigen lassen, seien der Grund für die geringe Nachfrage.

Im November konnte Tata nur 509 Exemplare des Nano absetzen. Dies sei nach Firmenaussage die geringste Absatzmenge seit Verkaufsstart im Juli 2009. Noch im Juli dieses Jahres hatte Tata insgesamt 9000 Stück des als billigstes Auto der Welt gepriesenen Kleinwagens verkauft.

Auslöser der geringen Nachfrage wird sehr wahrscheinlich die jüngste Serie von Pannen sein. So ist der Nano in der letzten Zeit mehrere Male in Brand geraten. Dabei sei niemand verletzt worden und gemäß Tata handle es sich um Einzelfälle und keinen grundsätzlichen Produktionsfehler. Dennoch, das Misstrauen der Inder ist gestiegen und der Konzern hatte im vergangenen Monat mit kostenlosen zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen begonnen.

Tata kündigte zudem an, dass das Unternehmen dabei sei, Finanzierungsmodelle zu erarbeiten. Denn die indische Mittelklasse habe nach zwei Preiserhöhungen an der Summe von umgerechnet mittlerweile 1900 Euro für einen Tata Nano zu knapsen.

Firmenchef Ratan Tata gab bereits vor Verkaufsstart bekannt, das Miniauto sei keine große Ingenieurleistung. Ziel sei lediglich, dass sich indische Familien zu einem günstigen Preis in einem Kompaktwagen fortbewegen könnten. Im Gegenzug müssen die Käufer auf überflüssigen Komfort verzichten: Das 3,10 Meter lange Fahrzeug verfügt nur über einen Scheibenwischer, einen Heckmotor mit einem Hubraum von 623 Kubikzentimetern und einen sehr kleinen Kofferraum. Für Klimaanlage, Radio oder Servolenkung muss man draufzahlen.

Geplant ist, dass Tata Ende 2011 auch eine europäische Variante des Mini-Pkws nach Europa bringt. Marktstart soll zunächst in Spanien, Italien und Polen sein – dort, wo Tata heute schon präsent ist. Auch Deutschland ist angepeilt. Für diese Märkte müssen die Sicherheitsstandards aber weitaus höher sein, was auch den Preis ansteigen lassen wird. Es wird von einem Grundpreis von 5000 Euro ausgegangen.

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