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Billigflieger Ryanair streicht Flugverbindungen


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Als Reaktion auf die von der Regierung eingeführte Flugticketsteuer protestiert die irische Fluggesellschaft Ryanair auf ihre ganz persönliche Weise: Zahlreiche Flüge werden vom aktuellen Flugplan genommen.

Die Ticketsteuer ist Teil der neusten Sparbemühungen der Regierung. Die Steuer in Höhe von acht Euro pro Kurzstreckenflug soll dem Bundeshaushalt bis 2014 um die 80 Mrd. Euro Entlastung bringen. Am morgigen Donnerstag soll das entsprechende Gesetz vom Bundestag endgültig verabschiedet werden. Doch die Fluggesellschaften heißen die anstehende Extraabgabe im Flugverkehr keineswegs willkommen.

So greift die Billigfluglinie Ryanair zu radikalen Maßnahmen und streicht aus Protest fast 30 Prozent ihrer Flüge vom Flughafen Hahn im Hunsrück, einer der wenigen Ryanair-Flughäfen in Deutschland. Geplant hat das Unternehmen, anstelle von wöchentlich 532 Flügen insgesamt nur noch 382 Flieger starten zu lassen. In Frankfurt Hahn würden insgesamt neun Strecken wegfallen. Die Zahl der Passagiere werde dadurch im Jahr voraussichtlich um eine Million auf 2,9 Millionen sinken.

Aus Irland und Großbritannien kennt Ryanair die Folgen einer solchen Zusatzbesteuerung bereits. Noch immer würden dort sinkende Verkehrszahlen die Konsequenzen sein. Demnach weiß die Airline worauf sie sich einzustellen hat und legt für sich deshalb fest, dass ihre Maschinen neue Abflughäfen nutzen werden. Von einer insgesamt sinkenden Passagierzahl geht das Unternehmen jedenfalls nicht aus.

Der Flughafen Hahn versucht sich auf die ab Januar 2011 anfallenden Streichungen vorzubereiten. Plan ist es, den Ausfall der Passagierflüge durch den Frachtverkehr auszugleichen. Jobs sehe der Flughafen aufgrund der Sparmaßnahmen Ryanairs nicht gefährdet.

Über die Ticketsteuer
Im September wurde von der Bundesregierung eine Ticketabgabe beschlossen, die ab 1. Januar 2011 auf alle Deutschland betreffenden Flüge erhoben werden soll. Für Kurzstreckenflüge beträgt diese acht Euro pro Flug, für Mittelstreckenflüge sind es 25 Euro und für Langstreckenflüge werden 45 Euro erhoben. Ausnahmen gibt es lediglich bei speziellen Inselflügen in Deutschland sowie Flügen von und zu dänischen sowie niederländischen Nordseeinseln.

Die meisten Fluggesellschaften, Airlines und Reiseveranstalter werden die zusätzliche Abgabe voraussichtlich an die Passagiere weitergeben. Dies werde nach Meinung der Experten dem Tourismus-Standort Deutschland massiven Schaden zufügen.

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