Start Aktuelles Bundesbank darf in Europa Aufträge ausschreiben

Bundesbank darf in Europa Aufträge ausschreiben

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Der aktuelle Bericht der Financial Times Deutschland, dem zufolge ein großer Teil der deutschen Euro-Drucke als Aufträge ins Ausland verlegt werden sollen, sorgte auch heute erneut für Diskussionen. Durch die umstrittene Entscheidung sollen die bisherigen Kosten für die Bundesbank gesenkt werden, indem für das Jahr 2011 erstmals offizielle Druckaufträge für Banknoten nicht automatisch an die staatliche Bundesdruckerei und das damit quasi-affilierte Münchner Unternehmen Giesecke & Devirent vergeben werden. Diesem soll daher, anders als in den Jahren zuvor, lediglich ein geringer Auftragsanteil zukommen. Damit würden Gewerkschaftsangaben zufolge, insgesamt gerade einmal 20 Prozent des europaweit ausgeschriebenen Gesamtauftrags an deutsche Betriebe gehen.

Die Bundesdruckerei stellte diesbezüglich einen Nachprüfungsantrag an das deutsche Kartellamt, dieses erklärte die Wahl ausländischer Anbieter (unter anderem in Frankreich und den Niederlanden) für den Großauftrag durch die Bundesbank jedoch für Rechtens und wies den eingereichten Antrag ab.

Während zur Zeit Bedenken über Qualität und  Fälschungssicherheit der neuen Euro-Banknoten kein Thema sind, sehen die Gewerkschaft Ver.di und die Arbeitnehmervertreter der Bundesdruckerei vor allem die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Von der innereuropäischen Auslagerung des Großauftrags wären nach Angaben von Ver.di insgesamt 400 Beschäftigte der Bundesdruckerei in Berlin-Kreuzberg sowie des Unternehmens Giesecke & Devirent in München betroffen.