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Cablegate – Beurteilung internationaler Politiker

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Die Einschätzungen ausländischer Politiker in den Cablegate-Dokumenten sind mitunter wenig schmeichelhaft, allerdings muss gesagt werden, dass die Beurteilungen deutscher Politiker im eigenen Land durchaus härter ausfallen als im Wikileaks-Material.

Deutschland: Bundesaußenminister Guido Westerwelle wird  fast durchweg negativ bewertet, unter anderem als wenig kompetent und eitel.  Von einer „überschäumenden Persönlichkeit“ und einem „zwiespältigen Verhältnis zu den USA“ ist dort die Rede, er werde in direkten Herausforderungen „aggressiv“ und äußere sich „abfällig über die Meinungen anderer Leute“. Seine Gedanken hätten „wenig Substanz“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sei „methodisch, rational und pragmatisch“. vermeide unter Druck Risiken und sei „selten kreativ“, darüber hinaus „bekannt für ihren Widerwillen, sich in aggressiven politischen Debatten zu engagieren“ und lasse vieles an sich abgleiten, weshalb sie  in den internen US-Berichten ironisch „Angela „Teflon“ Merkel“ genannt wird.

Nach US-Ansicht habe Merkel bei diplomatischen Dingen vor allem innenpolitische Vorteile im Sinn, während es bei der Versetzung des bisherigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger nach Brüssel darum gegangen sei, „eine ungeliebte lahme Ente von einer wichtigen CDU-Bastion zu entfernen“.

Russland: Die USA sind offenbar der Ansicht, Russlands Premierminister Wladimir Putin sei weiterhin die führende politische Kraft. Die Berichte beschrieben ihn als „Alpha-Rüden“, Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi erscheine zunehmend als dessen Sprachrohr in Europa, hingegen sei Präsident Dimitri Medwedjew „blass“ und „zögerlich“.

Italien: Nach Einschätzung der USA ist Berlusconi „inkompetent, aufgeblasen und ineffektiv“. Es mangele ihm an Erholung, woran seine „Vorliebe für Partys“ Schuld sei. Insgesamt sei er „physisch und politisch schwach“. Als Reaktion auf diesen Bericht soll Berlusconi „gut gelacht“ und sich gelassen gezeigt haben.

Afghanistan: Präsident Hamid Karsai wird eine „schwache Persönlichkeit“ bescheinigt, die in ihren Entscheidungen von „Paranoia“ und „Verschwörungsvorstellungen“ getrieben werde.

Soweit einiger der Nähkästchen-artigen Beurteilungen internationaler Politiker, nicht zu Unrecht wird darauf hingewiesen, die Dokumente würden auch Triviales und Gerüchte enthalten.

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