Start Aktuelles Cablegate – Die brisanten Informationen aus den ersten Wikileaks-Veröffentlichungen

Cablegate – Die brisanten Informationen aus den ersten Wikileaks-Veröffentlichungen

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Neben der Einschätzung ausländischer Politiker offenbaren die Dokumente jedoch  auch brisante Informationen, die nicht alle neu sind, jedoch teilweise bisherige Vermutungen stützen.

Iran: Neben Israel sollen auch arabische Staaten, etwa Ägypten Saudi-Arabien sowie Bahrain und Jordanien die USA überraschend nachdrücklich zu einem Militärschlag gegen den Iran aufgefordert haben. Der saudische König Abdullah wird zitiert, die USA solle „der Schlange den Kopf abschlagen“.

Dem britischen „Guardian“ zufolge sprach Israels Verteidigungsminister Ehud Barak im Juni 2009 angeblich von einem „Zeitfenster von sechs bis 18 Monaten“ in dem die Zerstörung iranischer Nuklearanlagen günstig sei, nach Ablauf der Frist sei das Risiko von Kollateralschäden zu groß

Jemen: Im Jemen habe Präsident Ali Abdullah Saleh US-Schläge gegen die Al-Qaida als Militäraktionen seiner eigenen Armee ausgegeben und nach Angaben der New York Times im Januar in einem Gespräch mit dem damaligen US-Kommandeur General David Petraeus geäußert haben „Wir werden weiterhin sagen, dass es unsere Bomben sind, nicht Ihre“

Russland: In den Berichten wird angeblich auch davon gesprochen, bei Russland handele es sich um einen „Virtual mafia state“, da russische Geheimdienste mit der organisierten Kriminalität zusammenarbeiten würden.

Nordkorea: Auch das Szenario eines Regierungssturzes in Nordkorea findet sich in den Dokumenten. So sei nach einer Wiedervereinigung ein Bündnis mit Amerika wichtig, um Chinas Zustimmung zu erhalten würde man finanzielle und wirtschaftliche Kooperation anbieten.

Afghanistan: Die in den Dokumenten genannte Korruption innerhalb der afghanischen Regierung und die Verwicklung von Ahmed Wali Karzai,  Halbbruder des Präsidenten Hamid Karsai ist nicht neu.

Es gibt allerdings Spekulationen, dass die aus unbekannter Quelle stammende  Summe von 52 Millionen Dollar, die der damalige Vizepräsident Ahmed Zia Massud bei einem Besuch der arabischen Emirate in bar mit sich führte, aus dem Drogenhandel kommt.

SWIFT-Abkommen: Nach einem Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Hamburgs damaligem ersten Bürgermeister Ole von Beust berichtete dieser später dem amerikanischen Botschafter, Merkel sei sehr wütend gewesen, da sich im Europäischen Parlament Unionsabgeordnete gegen die erste Fassung des SWIFT-Abkommens ausgesprochen hätten. Dies habe ihr Sorge bereitet da der Eindruck vermieden werden sollte, Europa sei gegenüber der terroristischen Bedrohung zu nachlässig.

Hacking-Angriffe:
Material der New York Times zufolge gibt es Hinweise darauf, dass seit 2002 mehrfach Hacking-Angriffe gegen Regierungen der USA und dessen Verbündete vom Politbüro der Volksrepublik China koordiniert worden seien.

Auch die Anfang der Jahres durchgeführten Attacken gegen Google und die tibetische Exilregierung wären auf Geheiß der chinesischen Regierung unter anderem von angeworbenen Computerkriminellen durchgeführt worden.

Internationaler Waffenhandel: Im September 2009 wurde die US-Botschaft in Paris über eine geplante Lieferung von Infrarotdetektoren der französische Firma Sofradir an die chinesische Zhejiang Dali Technology Company informiert.

Diese würden dort   in Analysesysteme eingebaut, welche dann an Rüstungsfirmen im Iran geliefert würden. Sofortige Bitte der USA an die Botschaft: Information der französischen Regierung und Unterbindung des Handels.


Versuch der US-Spionage bei den Vereinten Nationen

Der britische „The Guardian“ berichtet unter Berufung auf die Cablegate-Papiere, die Regierung der USA habe Versuche unternommen, die Führung der Vereinten Nationen auszuspionieren.

Mehr als 30 diplomatischen Niederlassungen hatten im Namen der US-Außenministerin Clinton eine schriftliche Anordnung erhalten, technische Informationen über Kommunikationssysteme und Verschlüsselungen von hochrangigen Vertretern verschiedener Staaten der Vereinten Nationen zu sammeln.

Darüber hinaus habe es an Mitarbeiter des US-Außenministeriums die Order gegeben personenbezogene und biometrische Daten von wichtigen UN-Vertretern zu sammeln. Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, sei Ziel der Spionage gewesen.

Eine inhaltlich identische Direktive an die Diplomaten soll bereits Clintons Vorgängerin Condoleeza Rice gegeben haben.

Clinton führte im Gegenzug an, dass ein großer Teil des Informationsmaterials dass der US-Auslandsgeheimdienst arbeite, aus Mitarbeiterberichten des Außenministeriums stamme.

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