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Cablegate – Erste Reaktionen auf die Veröffentlichung

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USA:Nachdem die US-Regierung im Voraus versucht hatte, die Bedeutung der Wikileaks Dokumente herunterzuspielen und verschiedene Staaten vorab über das Material informierte, blieb ihnen nun wenig mehr, als ihrer Ablehnung Ausdruck zu verleihen und sich demonstrativ zu empören.

Robert Gibbs, offizieller Sprecher des US-Präsidenten Barrack Obama, verurteilte die Veröffentlichung der Dokumente. Diese Aktion sei „gefährlich“ und „rücksichtslos“, da eine derartige Publikation von vertraulichen und teilweise unter Geheimhaltung stehenden Inhalten das Leben von Personen wie Oppositionsführern gefährde, falls diese Kontakt zu US-Diplomaten haben würden.

Gibbs erklärte weiterhin, Obama unterstütze „ein verantwortliches, zuverlässiges und offenes Regieren daheim und in aller Welt, aber solch rücksichtsloses und gefährliches Handeln widerspricht diesen Zielen“,

Der US-Botschafter in Deutschland, Philip Murphy, bemühte sich um Schadensbegrenzung und  rechtfertigte die Einschätzungen seiner Kollegen als normale diplomatische Arbeit. „Wir reden mit Leuten, man lernt sich kennen, man vertraut sich, man teilt Einschätzungen“.

Deutschland: Gegenüber der Einschätzung ihrer Person zeigten sich die Politiker gelassen. In der ARD-Sendung „Anne Will“ erklärte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP), die Angaben über ihn seien ohne Relevanz.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie sei nicht verärgert über die Inhalte zu ihrer Person, sondern über die Veröffentlichung des Wikileaks-Materials allgemein.

Hans Ulrich Klose (SPD), Koordinator der deutsch-amerikanischen Beziehungen im Auswärtigen Amt sprach von einer „gezielten und bösartigen Aktion“. Es handele sich um „Geheimnisverrat“ mit dem gezielt Schaden angerichtet werden sollte. Aus diesem Grund rief er beide Regierungen auf, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Zumindest die FDP macht sich weitergehende Sorgen, da es in der Partei einen Informanten geben soll. FDP-Parteichef Guido Westerwelle sprach jedoch allen damals an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Mitarbeitern demonstrativ sein Vertrauen aus, und erklärte: „Ich glaube diese Geschichte so nicht.“

Den Dokumenten zufolge soll ein „“junger, aufstrebender Parteigänger“ die US-Botschaft mit internen Informationen versorgt haben, von einem „Protokollanten“ ist die Rede. Genug Stoff für Spekulationen.

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