Start Technik Cablegate: Kritik an Galileo kostet CEO-Posten

Cablegate: Kritik an Galileo kostet CEO-Posten

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Eine in den Cablegate-Papieren festgehaltene Äußerung gegenüber US-Diplomaten hat den Vorstandsvorsitzenden eines deutschen Raumfahrtunternehmens mit Sitz in Bremen offenbar seine Stellung gekostet.

Wie aus den von Wikileaks veröffentlichten Botschaftsdepeschen hervorgeht soll Berry Smutny, CEO beim Bremer Raumfahrt OHB System, das an der Entwicklung des europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo beteiligt ist, sich abfällig über das Projekt geäußert haben, was anscheinend als Kündigungsgrund ausreichte.

So heißt es in dem Dokument etwa, Smutny betrachte den GPS-Konkurrenten Galileo als eine Fehlinvestition, für die Steuergelder verschwendet würden und letztlich „zum Scheitern verurteilt“ sei, sofern nicht konsequent zurückgerudert würde.

Der OHB-CEO habe sich wörtlich wie folgt zum Weltraumprojekt geäußert: „Galileo ist eine dumme Idee, die hauptsächlich französische Interessen bedient“. Smutny sieht dabei insbesondere das Militär des europäischen Landes als Nutznießer.

Gänzlich Unrecht hat er damit offenbar nicht, soll doch das Satellitensystem rund zwei Milliarden Euro teurer werden, als bislang vorgesehen war.

Als Folge dieser Äußerung erfolgte nun die Beendigung der Zusammenarbeit zwischen OHB und ihrem früheren CEO.

Auch wenn dieser gegenüber der norwegischen Zeitung „Aftenposten“, welche nach eigenen Angaben über bislang noch unveröffentlichtes Cablegate-Material verfügt, einräumte, im Kontakt mit US-Diplomaten gestanden zu haben, bestritt er entsprechende Aussagen gemacht zu haben.

Dennoch reichten dem Unternehmen offenbar die Smutny in den Dokumenten nachgesagten Äußerungen, um ihn zum Rücktritt zu bewegen.

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