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Castor schottern „Gefällt mir“ kann teuer werden

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Der heutige Castor-Transport aus dem französischen La Hague wirft seine juristischen Schatten voraus: Rund 4300 Fans der Facebook-Gruppe „Castor schottern“ sind in das Visier der Staatsanwaltschaft Lüneburg geraten. Wegen des Aufrufs zu Straftaten behält sich die Staatsanwaltschaft vor, gegen die Initiatoren der Gruppe und ca. 1800 weitere Personen strafrechtlich vorzugehen.

Unter „Castor schottern“ verstehen radikale Atomkraftgegner das Entfernen von Schottersteinen aus dem Gleisbett der Castor-Strecke. Dies kann im schlimmsten Fall zu Schädigungen an den Gleisen führen, die eigentliche Intention liegt aber im Verlangsamen des Transports und die mediale Aufmerksamkeit durch solche Aktion. Doch gerade durch die Gefahr, die vom „Schottern“ auch für den zivilen Bahnverkehr ausgeht, stehen solche Aktionen unter Strafe. Das Strafgesetzbuch sieht für das öffentliche Auffordern zu Straftaten Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vor.

Die Betreiber der Facebook-Gruppe sehen einer solchen Strafverfolgung aber eher gelassen entgegen: Sie können sich in diesem Fall sicherlich über ausreichend Aufmerksamkeit aus Medien und Öffentlichkeit freuen. Über genug Befürworter können sich die Initiatoren jedenfalls nicht beschweren, die bereits jetzt über 4300 Mitglieder der Gruppe dürften noch einigen Zuwachs bekommen.

Der heutige Castortransport in Richtung Gorleben aus dem französischen La Hague kommend hat voraussichtlich 30.000 Atomkraftgegner zu erwarten. Demgegenüber stehen ca. 17.000 Polizisten. Die kosten für den Castor-Transport werden auf 25 Millionen Euro geschätzt, die allein der Bund zu tragen hat.

Die rund 1000 Kilometer lange Strecke wird der Castor-Transport in ca. 48 Stunden zurücklegen. Sonntag gegen 15 Uhr wird er im Wendland erwartet, ab voraussichtlich Montag wird er dann auf der Straße weitergeführt werden.

Update, 21.25 Uhr: Die 5000 Gruppenmitglieder sind erreicht.