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Chanukka 2017: Jüdische Tradition und jüdische Zukunft

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Artikelbild - Chanukka 2017
Chanukka 2017: Licht der Hoffnung (Grafik: pd)

Mit dem Abend des heutigen Tages beginnt das achttägige jüdische Lichterfest Chanukka, das von Juden in Israel ebenso begangen wird wie von jenen, die in der Diaspora leben.

Ungeachtet der jüngsten politischen Entscheidung des amtierenden US-Präsidenten und der daraus resultierenden Gewalt durch radikale Muslime, ist das Lichterfest auch in diesem Jahr für Juden in aller Welt ein Anlass zur Freude – und für traditionelle Gebräuche.

Historie und Legende

Historisch gesehen erinnert das Chanukka-Fest an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem, nachdem es im Rahmen des Makkabäer-Aufstands gelungen war, die Verehrung antiker Gottheiten im Tempel zu beenden.

Der Legende zufolge war für den siebenarmigen Leuchter im Tempel, der niemals erlöschen sollte, lediglich noch ein Krug des geweihten Öls verfügbar – dessen Herstellung jedoch acht Tage benötigen würde.

Auf wundersame Weise reichte dieses Öl jedoch und so brannte das Licht mit dieser einzigen Befüllung ganze acht Tage lang, bis neues Öl hergestellt werden konnte. Von dieser Erzählung leiten sich die acht Lichter des Chanukka-Leuchters (Chanukkia) ab.

Gedanken

Tatsächlich lassen sich aus dieser Legende auch Parallelen zur Gegenwart ziehen – trotz Anfeindungen und Gewalt lässt man das Licht, das Positive, nicht erlöschen, sondern man trägt es von Tag zu Tag weiter und lässt es so weiter zunehmen.

Die acht Lichter der Chanukkia sind somit nicht nur ein Zeichen dafür, dass die religiösen Traditionen des jüdischen Volkes weitergegeben werden, sondern auch eine Art von Botschaft, den Glauben an das Gute nicht zu verlieren.

Wenn im Herzen Berlins, wo einst die Schoa, der Massenmord an den Juden ihren Anfang nahm, öffentlich die Chanukkia vor dem Brandenburger Tor im ersten Licht erstrahlt, dann scheint möglich, was häufig unmöglich scheint – Frieden und Versöhnung.

Da mögen bei der zeitgleich stattfindenen Demonstration von Palästinenser-Sympathisanten auf dem Washingtonplatz noch so böse Worte fallen – sie werden nicht dazu führen, dass die Menschen aufhören, an das Licht der Zuversicht zu glauben.

Wir wünschen unseren Lesern ein friedliches und hoffnungsfrohes Chanukka im Jahr 5778.

Chag Orot Sameach.

Die Redaktion