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Chaos Communication Congress (27C3) in Berlin

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Der im Berliner Congress Center stattfindende 27. Chaos Communication Congress (27C3) war schnell ausverkauft, was nicht zuletzt auch an den politischen Inhalten dieses Jahres gelegen haben dürfte. Unter dem betont pazifistischen Titel „We come in peace“ wurde der Kongress am gestrigen Montag eröffnet.

Das Motto wurde auch vom niederländischen Redner Rop Gonggrijp aufgegriffen, die Hacker-Gemeinschaft dazu aufforderte, sich nicht an den Online-Attacken gegen Unternehmen zu beteiligen, nur weil diese Maßnahmen getroffen hätten, die sich negativ auf die  Whistleblowing-Plattform Wikileaks auswirken.

Zu den Unternehmen die sich als Reaktion mit einer Reihe von DDoS-Angriffen konfrontiert sahen, gehörten unter anderem der Amazon und Paypal sowie Visa und Mastercard.

Wikileaks genießt in Hacker-Kreisen ein gewisses Ansehen, da die Veröffentlichung von geheim gehaltenen Informationen dem Grundsatz der Hacker-Ethik entspricht, der besagt „Alle Informationen sollen frei sein“. Nicht zuletzt gehört die nach dem Gründer des CCC benannte Wau Holland Stiftung zu den Spendern von Wikileaks.

Allerdings ist die Strategie von Wikileaks, Material exklusiven Medien wie Zeitungen vorab zukommen zu lassen, vielen Hackern suspekt.

Am Rande des Kongresses wurde ein Hack der FDP-Webseite bekannt. Dort hatten unbekannte den Online-Shop gehackt und als „Produkt“ das Bild eines elektrischen Warmluft-Handtrockners eingestellt, verbunden mit dem Slogan „Rede von Guido Westerwelle? hier drücken“. Als Signatur war das Logo des 27C3 angebracht worden.

Der Chaos Communication Congress wird noch bis zum 30. Dezember 2010 geführt werden, neben Workshops und Vorträgen zu Themen wie der Unsicherheit der RFID-Technologie des neuen elektronischen Personalausweises (nPA), Hardware Hacking und einem Esperanto Schnupperkurs wird es auch wieder Workshops für Haecksen (weibliche Hacker) geben.

Der CCC betont regelmäßig den Unterschied zwischen dem Begriff „Hacker“ als Bezeichnung für eine Person die mit Fachkenntnis ungewöhnlich kreative Lösungen für (meist technische) Herausforderungen findet und der missbräuchlichen Benutzung in den Medien als verallgemeinernde Bezeichnung für Computerkriminelle.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    ich freue mich zutiefst, dass während Eures Kongresses ein Esperanto-Schnupperkurs angeboten wird.
    Da es die einzige praktizierte logische Sprache ist und sich bereits in den Netzen der Welt etabliert hat, hat sie es vielleicht auch verdient, oder?
    Könntet Ihr mir bitte mitteilen, wer den o.g. Schnupperkurs leitet?

  2. Das kann man ganz leicht selbst rausfinden: Auf der Webseite zum 27C3 heißt es nämlich öffentlich, „wuerfel“ und „maha“ würden den Kurs leiten. Zumindest „maha“ hat da auch eine E-Mail Adresse angegeben.

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