Start Reisen und Touristik China spricht weiteres Einreiseverbot für Tibet aus

China spricht weiteres Einreiseverbot für Tibet aus

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Potala-Palast in Tibet (Foto: Ondřej Žváček cc-by)
Potala-Palast in Tibet (Foto: Ondřej Žváček cc-by)
Potala-Palast in Tibet (Foto: Ondřej Žváček cc-by)
Potala-Palast in Tibet (Foto: Ondřej Žváček cc-by)

Touristen, die auf eigene Faust den Mythos der Himalaya-Region Tibets erkunden wollen und bereit sind, vor den majestätischen Achttausendern noch den Berg an Anträgen zu meistern, dürften nun enttäuscht sein.

Mehrere Reiseagenturen teilten mit, dass die Einreise nach Tibet für Touristen auf unbestimmte Zeit gestoppt wurde. Bis auf Weiteres gilt ein Einreiseverbot für ausländische Reisende.

Warum Besucher nicht mehr nach Tibet einreisen dürfen, liessen chinesische Behörden offen. Auch ausländische Beobachter können über den unbefristeten Einreisestopp nur spekulieren.

Einer der Gründe könnten die Selbstverbrennungen tibetischer Mönche und Nonnen sein. Seit März 2011 haben bereits mindestens 37 Tibeter zu diesem Mittel gegriffen und sich als sichtbares Zeichen des Protests gegen die Besetzung durch die kommunistische Volksrepublik China, mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und öffentlich selbst angezündet.

Ein anderer Grund könnte, das Saga-Dawa-Fest sein, das zu Ehren von Buddhas Geburt, Erleuchtung und  Tod stattfindet und in diesem Jahr ab dem 4. Juni einen Monat lang gefeiert werden soll. Damit entspricht es dem Vesakh-Fest in anderen buddhistisch geprägten Ländern, wobei das jeweilige Datum je nach Kalender abweicht.

Auch könnte das Einreiseverbot mit dem Jahrestag der 1989 auf dem Tian’anmen-Platz in Peking niedergeschlagenen Revolte zusammen hängen. Das bekannteste Foto dieser Zeit dürfte die Aufnahme des so genannten „Tank Man“ sein- ein unbekannter chinesischer Mann der alleine durch sein Stehen einen Panzerkonvoi aufhält.

Hintergrund: Nach vorangegangenen Revolten in den 1950ern und Ende der 1980er, die von der chinesischen Regierung teils blutig niedergeschlagen wurden, gab es 2008 den ersten gewalttätigen Widerstand der tibetischen Bevölkerung im 21. Jahrhundert. Seit der chinesischen Besetzung im Jahr 1951 werfen die Vertreter tibetischer Interessen der Volksrepublik China unter anderem die Unterdrückung der Religionsfreiheit, die Zerstörung der tibetischen Kultur und Völkermord vor.

Nach den Unruhen in der Hauptstadt Lhasa im März 2008, die sich ebenfalls gegen die chinesische Herrschaft richteten, verhängte China ein, über mehr als ein einjähriges Einreiseverbot für ausländische Touristen.

Wie lange die Grenze zu Tibet dieses Mal geschlossen bleibt, vermag bislang niemand zu sagen.

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