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China verstärkt im Importgeschäft aktiv

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Die Volksrepublik China, der weltweite Exportweltmeister, hat im vergangenen Jahr überraschend eine Steigerung im Importgeschäft vollzogen. 38,7 Prozent mehr Waren wurden aus aller Welt in das Land des Lächelns importiert. Die Exporte hingegen legten lediglich um 31,3 Prozent zu. Dies führte 2010 dazu, dass die Differenz zwischen Importen und Exporten zum zweiten Jahr in Folge geringer ausfiel.

Der Außenhandelsüberschuss lag bei 183 Milliarden US-Dollar. Dies macht 6,4 Prozent weniger als im Handelsjahr 2009 und sogar ein Drittel weniger als 2008 aus. Insgesamt stieg Chinas Außenhandel im vergangenen Jahr mit 34,7 Prozent unerwartet stark auf 2,97 Billionen US-Dollar.

Die aktuellen Zahlen belegen deutlich: Die Einfuhren steigen im Vergleich zum Export sehr viel stärker. Somit kann die Regierung in Peking den weltweiten Vorwurf, dass China seine Landeswährung Yuan künstlich niedrig halte, um das Exportgeschäft anzukurbeln, zurückweisen. Die Ungleichgewichte der Handelsaktivitäten weltweit gleichen sich so langsam wieder aus.

Nach Meinung der chinesischen Handelsexperten habe die Umstrukturierung der Wirtschaft zu einer verstärkten Binnennachfrage und somit zu dem Import-Plus im vergangenen Jahr geführt. Auch im Dezember wurde die Tendenz der Jahresentwicklung in China fortgeführt; und das eher unerwartet: Die Importe stiegen um 25,6 Prozent, die Ausfuhren dagegen nur um 17,9 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss sank damit auf 13,1 Mrd. Dollar. Diese Zahl machte den niedrigsten Stand seit acht Monaten aus.

Der geringe Handelsüberschuss kommt der Regierung in Peking nur gelegen. Denn nun ist das Argument entkräftigt, dass der Yuan aufgewertet werden müsse. Es fließt weniger Geld ins Land, weshalb es legitimer ist als noch zuvor, dass an der bisherigen Geldpolitik festgehalten werde. Bislang hatten vor allem die USA China vorgeworfen, den Yuan künstlich niedrig zu halten, damit die Exporteure Wettbewerbsvorteile erhielten.

Aus den USA werden relativ wenig Produkte nach China importiert. Im Bereich der landwirtschaftlichen Erzeugnisse greift die Volkrepublik auf Nordamerika zurück und bezieht beispielsweise Sojabohnen. 2010 stieg der Handelsüberschuss mit den USA daher um 26 Prozent auf 181 Mrd. Dollar. Vor allem war die Binnennachfrage nach Rohstoffen wie Metalle oder Öl – die in den USA nicht vorkommen – besonders hoch in China.

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