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Der Kampf der internationalen Währungen

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Nach der weltweiten Wirtschaftskrise braut sich eine neue Gefahr zusammen: Bereits seit Wochen entfacht zwischen den USA und der Volksrepublik China ein Streit über die künstliche Abwertung der Währungen. Die USA pumpen Unmengen von Dollar in die Märkte um damit ihre Staatsschulden auszugleichen. China versucht mit einem billigen Yuan den eigenen Export zu stimulieren.

Experten sehen in der Schwächung der großen Währungen eine enorme Gefahr. Der IWF warnt bereits vor einem Währungskrieg. Befürchtet wird ein weltweiter Abwertungswettlauf, mit Hilfe dessen sich die einzelnen Länder Handelsvorteile verschaffen wollten. Es sehe geradezu danach aus, dass Währungen als politische Waffe fungierten. Dies sei in Anbetracht der internationalen Stabilisierung der Konjunktur als große Gefahr für die Wirtschaft zu beurteilen.

Im internationalen Vergleich hat der Euro wieder an Stärke zugenommen. Gegenüber dem Dollar legte er in den vergangenen drei Monaten zehn Prozent zu, gegenüber dem japanischen Yen vier und dem chinesischen Yuan acht Prozent.

Die Regierung Merkels ist bemüht, den starken Euro zu halten ohne auf Kursmanipulationen zu setzen. Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsident Nicolas Sarkozy will sie sich dafür einsetzen, dass schnellstmöglich eine Regelung für eine „neue Währungsordnung mit realen Wechselkursen“ geschaffen wird. Es müsse ein Weg gefunden werden, die internationalen Volkswirtschaften zu einer geregelten und umfassenden Aufwertung ihrer Währungen zu bewegen.

Vorwürfe werden vor allem gegen China und die USA laut. Der chinesische Yuan sei nach Expertenmeinung extrem unterbewertet. Doch Chinas Wirtschaft kann von einem niedrigen Währungskurs profitieren, weil ihre Waren dadurch im Ausland günstig sind.

Große Kritik wird auch an der US-Fed geübt. Die marode Wirtschaft der Amerikaner ist von Staatsschulden, Arbeitslosigkeit und Inflation gezeichnet. Es wird immer mehr Geld gedruckt und damit versucht, die heimische Wirtschaft künstlich zu beleben. Eine schwache Währung und niedrige Zinsen sollen den exportierenden Unternehmen helfen und die Last der Staatsschulden lindern.

Die Ausgabe neuen Geldes in den USA ist außer Kontrolle geraten: Die US-Regierung hat in dem jüngst abgeschlossenen Fiskaljahr 1650 Milliarden Dollar neue Schulden gemacht. Die Staatsverschuldung liegt damit knapp über 94 Prozent der Wirtschaftsleistung.

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