Start Wirtschaft Deutsche Bahn: Erneute Streiks im Anmarsch

Deutsche Bahn: Erneute Streiks im Anmarsch

711
0
TEILEN

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft ihre Mitglieder zu erneuten Arbeitsniederlegungen auf. Die Bundes-Tarifkommission der GDL habe sich einstimmig für einen Streik der Lokführer entschlossen. Das teilte der GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Bereits Mitte Februar soll der Arbeitskampf sowohl bei der Deutschen Bahn als auch bei den privaten Wettbewerbern beginnen. In der GDL sind eigenen Angaben zufolge 75 Prozent der Lokomotivführer in Deutschland organisiert.

Schon in den nächsten Tagen könnten die Züge in Deutschland wieder stillstehen. Wenn die aktuellen Tarifverhandlungen scheitern, so ist dieses Szenario mittlerweile keine Überraschung mehr. Warnstreiks haben bei der Bahn in den vergangen Monaten schon einige Male zu drastischen Einschränkungen im Zugverkehr gesorgt.

Die Gewerkschaft sieht jedoch keine andere Wahl. Da die Deutsche Bahn als auch die sechs größten Konkurrenzunternehmen nicht auf die GDL-Forderungen eingehen konnten, sieht sich der Verbund genötigt, zu diesen Maßnahmen zu greifen. Gefordert wurde, dass für die rund 26.000 Lokführer ein branchenweit gültiger Tarifvertrag eingeführt werde.

Am Montag hatte die GDL die Verhandlungen mit dem Staatskonzern und seinen privaten Konkurrenten abgebrochen. Die Forderung nach einem einheitlichen Flächentarifvertrag wurde von den sechs Privatunternehmen abgelehnt. Die Deutsche Bahn würde sich wiederum nur dann auf eine solche Einigung einlassen, wenn die G-6 einen solchen Flächentarifvertrag abgeschlossen haben. Mit den Güterbahnen laufen aber noch Verhandlungen, die am 9. Februar fortgesetzt werden sollen.

Konkret wurde von Claus Weselsky angekündigt, dass die Warnstreiks mit einer Protestveranstaltung am 16. Februar in Berlin beginnen würden. Zwar sollen die Arbeitsniederlegungsmaßnahmen im Anschluss daran direkt losgehen, doch wo und wie dies genau vonstatten gehen werde, das sei noch nicht bekannt. Es werde jedoch rechtzeitig eine Bekanntmachung geben, sodass sich die Reisenden auf eventuelle Zugausfälle vorbereiten können.

Die größere Bahngewerkschaft EVG, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, hatte sich mit der Deutschen Bahn und den G-6 im Januar auf einen Branchen-Tarifvertrag für den Regionalverkehr sowie auf Lohnerhöhungen geeinigt. Doch das reicht der GDL nicht; sie schloss sich dem Vertrag der EVG nicht an. Die GDL will erzwingen, dass es einen Lokführer-Tarifvertrag nicht nur für alle Unternehmen, sondern auch einheitlich für den Nah- wie für den Fern- und den Güterverkehr geben muss.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here