Start Wirtschaft Deutsche Millionäre wollen mehr Steuern zahlen

Deutsche Millionäre wollen mehr Steuern zahlen

797
0
TEILEN

Der deutsche Staat – wie so viele andere – ist hoch verschuldet. Nun melden sich die hiesigen Millionäre zu Wort. Sie sind bereit, ihren Anteil dazu beizusteuern, dass Deutschland seine Schulden abbauen kann. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ haben sich zahlreiche deutsche Millionäre mit Vorschlägen für eine höhere Besteuerung von Reichen geäußert.

Mit diesem Statement tut es die deutsche Prominenz unseren französischen Nachbarn gleich. Denn in dem extrem stark verschuldeten Land hatten gerade kürzlich insgesamt 16 Spitzen-Manager großer Unternehmen wie wie L’Oréal, Total, Danone, Peugeot-Citroen und Air France-KLM angekündigt, in Zukunft eine Zusatzsteuer in Kauf zu nehmen, wenn dies der Staatsverschuldung entgegenwirke.

Ähnlich ist die Auffassung hierzulande. Solange das Geld wirklich dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird, erklären sich reiche Deutsche bereit, mehr Steuern zu zahlen. Denn ein wenig mehr Abgaben, so die Meinung der Vermögenden, würden Millionäre nicht arm machen. Und wenn das Geld sinnvoll für die Schuldentilgung genutzt wird, könne dies die Wirtschaft beleben, die Europäische Union sichern und dafür sorgen, dass die Zinsen nicht unnötig steigen.

Unter den Reichen sind zum Beispiel der deutsche Pop-Musiker Marius Müller-Westernhagen und der Eigentümer des Hamburger Versandhandels Otto. Beide, so heißt es in der Zeitung, hätten kein Problem damit, einen höheren Reichensteuersatz einzuführen. Der bisherige Höchstsatz solle nach Meinung Michael Ottos einfach angehoben werden.

Otto glaubt, dass es sinnvoller sei, den Spitzensteuersatz einfach etwas nach oben zu korrigieren, als eine komplett neue Vermögenssteuer einzuführen. Diese Diskussion habe es bereits gegeben und sie habe zu nichts geführt.

Andere reiche Deutsche haben weitere Vorschläge geäußert, wie die Vermögenden des Landes dem Staat in der Bewältigung der Schulden unter die Arme greifen könnten. So schlug der ehemalige Hamburger Versicherungsunternehmer Jürgen Hunke vor, die Erbschaftssteuer zu erhöhen. Denn hier sei seiner Ansicht nach bei den Menschen, die in vermögenden Familien leben, sehr viel Geld – Summen in Höhe von Hunderten von Millionen Euro – im Spiel.

Auch in dem auf einem gigantischen Schuldenberg sitzenden Amerika kam in den vergangen Wochen immer mehr das Thema auf, dass wohlhabende Bürger bei der Tilgung der Staatsschulden aktiv mitwirken müssten. So hatte der Starinvestor und Milliardär Warren Buffet in der „New York Times“ die US-Regierung dazu aufgefortdert, dass es an der Zeit sei, dass die Superreichen des Landes mehr Steuern zahlten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here