Start Wirtschaft Deutsche Telekom trennt sich von US-Geschäft

Deutsche Telekom trennt sich von US-Geschäft

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Seit Jahren schon hat die Entwicklung der US-Tochter der Deutschen Telekom gekriselt. Vor allem im Geschäft mit den Privatkunden kam T-Mobile USA einfach auf keinen grünen Zweig. Auch wenn es in der letzten Zeit immer wieder neue Spekulationen gab, dass die Deutsche Telekom ihren US-Geschäftszweig mit Partnerschaften, Kooperationen oder Teilverkaufen retten wolle, so ist es nun beschlossene Sache: T-Mobile USA wird verkauft!

Für insgesamt 39 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 27,6 Milliarden Euro) übernimmt der amerikanische Konkurrent und Anführer des dortigen Telekommunikationsmarktes AT&T die Telekom-Tochter. Als die Deutsche Telekom im Jahr 2000 das Abenteuer USA begann, wurden noch schlappe 40 Milliarden Euro in die Expansion nach Übersee investiert.

An dem jetzigen Verkauf ist nichts mehr zu rütteln. 25 Milliarden Dollar will AT&T in bar bezahlen, der Rest wird in Form von Aktien entrichtet. Die Telekom wird dadurch mit einer Beteiligung von acht Prozent zum größten Minderheitsaktionär des US-Unternehmens.

Doch der amerikanische Branchenführer möchte sich das Recht vorbehalten, weniger Aktien zu verkaufen und mehr in bar zu bezahlen. Mindestens fünf Prozent der Anteile sollen aber auf jeden Fall an die Telekom in Deutschland gehen.

Beide Unternehmen haben dem Deal bereits zugestimmt. Nun müssen noch das US-Justizministerium und die US-Regulierungsbehörde ihren Segen geben. Es wird davon ausgegangen, dass der Verkauf im ersten Halbjahr 2012 über die Bühne gehen wird. Dies teilte die Deutsche Telekom am Sonntagabend mit.

Als Grund für die schlecht laufenden Geschäfte im Privatkundensegment nannte T-Mobile – in den USA der viertgrößte Mobilfunkanbieter neben Sprint Nextel, Verizon Wireless und AT&T – die Tatsache, dass der Telekommunikationsanbieter nicht das iPhone von Apple unter Vertrag habe.

Die Zahl der Kunden von T-Mobile USA stagnierte zuletzt bei gut 33 Millionen. Bestehende Kunden wechselten zur Konkurrenz, wo sie exklusive Handy-Verträge abschließen konnten oder günstigere Tarife erhielten.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf des US-Geschäfts wird die Deutsche Telekom einen Großteil ihrer Schulden begleiche. 13 Milliarden Euro werden dafür draufgehen. Für fünf Milliarden Euro will das Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen.

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