Start Panorama Drei „Hells Angels“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Drei „Hells Angels“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

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Vor dem Landgericht Potsdam sind drei Mitglieder des Motorradclubs „Hells Angels“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie sollen Schutzgeld vom Besitzer eines Tätowierstudios erpresst haben. Als Warnung hatte einer der Männer ein Schaf geschlachtet und dem Opfer vor die Tür gelegt.

Der 23-Jährige Mann dem der Einschüchterungsversuch vorgeworfen wird, wurde wegen schwerer räuberischer Erpressung zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Plädiert hatte die Staatsanwaltschaft allerdings auf sieben Jahre.

Für den zweiten Angeklagten hatte die Staatsanwaltschaft wegen Bedrohung und räuberischer Erpressung  vom Gericht eine neunjährige Haftstrafe verlangt. Verurteilt wurde der 42-jährige Rocker jedoch lediglich zu zwei Jahren und zehn Monaten.

Wegen Beihilfe muss der dritte Angeklagte insgesamt für ein Jahr ins Gefängnis. Hier hatte die Anklage acht Jahre gefordert.

Die Verteidigung hatte für alle Mandanten auf einen Freispruch plädiert. Die Staatsanwaltschaft sieht das vom Gericht verhängte Strafmaß in allen drei Fällen für zu gering an, und erklärte, Revision gegen das Urteil einzulegen.

Unabhängig von den Urteilen sagte der Sprecher des Landgerichts Potsdam, dass bereits der Prozess an sich ein Glücksfall für die Justiz sei, da nur selten Geschädigte der „Hells Angels“ bei der Polizei und vor Gericht aussagen.

Der Besitzer des Tätowierstudios befindet sich aufgrund der Gefahr für seine Person im Zeugenschutzprogramm. Während des Prozesses sagte der geschädigte Zeuge an einem nicht bekannten Ort, in einer Video-Live-Schaltung aus.

Als unmittelbare Reaktion auf den Prozess, erneuerte die Brandenburger CDU-Fraktion ihre Forderung nach einem bundesweiten Verbot von Rockerbanden. „Sie stellen eine Bedrohung für die Allgemeinheit dar“, sagte der Rechtsexperte der CDU-Fraktion Danny Eichelbaum.

Statistisch nachvollziehbar sind diese Forderungen durchaus: Im Jahr 2010 gab es in Brandenburg 200 strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen Rockergruppen.

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