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Dresden: Der Tag danach – Vorwürfe gegen die Polizei

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Am Samstag haben bis zu 20.000 Menschen in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden gegen Aufmärsche der Neonazis protestiert. Mit Musik, Gebeten und Mahnwachen demonstrierten sie friedlich gegen Rechtsextremismus.

Leider kam es am Rande zu schweren Ausschreitungen zwischen linken Randalierern und der Polizei. Mit einem Aufgebot von 4500 Kräften war die Polizei im Einsatz. Um ein Aufeinandertreffen der Gruppen zu verhindern, setzte die Polizei Reizgas, Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Rund 80 Polizisten wurden verletzt.

Das Aktionsbündnis „Dresden Nazifrei“ hatte zur Gegenkundgebungen aufgerufen. Aus dem gesamten Bundesgebiet versammelten sich Menschen in Dresden, um den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern.

Am Sonntag machte die Polizei folgende Angaben: Rechtsextreme Gruppen, die sich an verschiedenen Stellen in Dresden aufhielten, insgesamt 3000. Gegendemonstranten wurden auf 12.000 beziffert, darunter 3000 gewaltbereite.

Die gewaltbereite Gruppierung warf mit Steinen nach Polizisten, errichtete brennende Barrikaden und setzte Müllcontainer in Brand. Zahlreiche Randalierer wurden in Polizeigewahrsam genommen. Auch einige dutzend friedliche Gegendemonstranten wurden verletzt.

Eine Sprecherin des Aktionsbündnis „Dresden Nazifrei“ erklärte die hohe Zahl an Gegendemonstranten damit, dass die Bürger/Innen sich „von den Drohungen der Stadtverwaltung und der Polizei“ nicht haben abschrecken lassen.

Auch wurde der Polizei vorgeworfen, gegen friedliche Demonstranten vorgegangen zu sein, um den Neonazis den Weg frei zu machen.

Einige Bundestagsabgeordnete, darunter auch der Parlamentsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) nahmen an der Gegendemonstration teil.  In der ARD kritisierte Wolfgang Thierse die unterschiedliche Behandlung der Demonstranten durch die Polizei.

Dass die Polizei, die Justiz und die Stadtverwaltung den einen alles erlaubt und die anderen einschränkt, ist ein ziemlich einseitiges Bild„.  Thierse hält dies „für die Verteidigung der Demokratie für ziemlich problematisch„.

Ausdrücklich verurteilten die sächsischen „Grünen“ jede Gewalt gegen Polizisten, sowie das unverhältnismäßige, teilweise gewalttätige Vorgehen der Polizei gegen friedliche Demonstranten.

Nach dem mißglückten Aufmarsch in Dresden, versuchten es die Neonazis in Leipzig. Sie kamen dort nur bis zum Bahnsteig 22. Der Versuch in die Innenstadt zu gelangen mißglückte durch Eingreifen der Polizei ebenfalls. Frustriert machten sich auf den Heimweg.

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