Start Aktuelles Erneute Durchsuchungen in Berliner DRK-Kliniken

Erneute Durchsuchungen in Berliner DRK-Kliniken

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Der Skandal an Berliner Krankenhäusern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) weitet sich aus. Fast 300 Polizisten hatten heute im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin mehrere Wohn-und Geschäftsräume von Ärzten sowie Mitarbeitern der Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren des Deutschen Roten Kreuzes Berlin durchsucht.

Diese Durchsuchungsmaßnahmen seien „das Ergebnis fortgesetzter Ermittlungen wegen des banden- und gewerbsmäßigen Betruges im Gesundheitswesen seitens der Geschäftsführung und Ärzte in Führungsfunktionen der Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren des DRK in Berlin“, teilt die Polizei Berlin mit.

Bereits Anfang Juni waren Durchsuchungen und die Vollstreckung von Haftbefehlen erfolgt, da ambulante Untersuchungen von nicht zugelassenen oder auch nicht ausreichend qualifizierten Assistenzärzten erledigt worden waren.  Damals beschränkte sich  der Verdacht jedoch nur auf drei Bereiche der Radiologie.
Im Laufe des Verfahrens ergab sich nun der Verdacht, dass es sich jedoch um alle Fachbereiche der Medizinischen Versorgungszentren des DRK in Berlin handele, in denen ambulante Behandlungen durchgeführt werden. Weiterhin soll dieses Vorgehen bereits seit 5 Jahren organisiert worden sein.
Die Ärzte hatten gegenüber der Kassenärtzlichen Vereinigung bestimmte ambulante Leistungen abgerechnet, diese jedoch nicht erbracht bzw. in anderen Bereichen der Kliniken gearbeitet. Die Höhe des Schadens aus diesem  Abrechnungsbetrug wird mit mehr als einer Million Euro vermutet.

Über die erneute Razzia zeigte sich auch der Verband der DRK-Schwesternschaften entsetzt und überrascht.Der Wunsch nach einer schnellen abschließenden Klärung, damit sich „das Deutsche Rote Kreuz wieder den medizinischen Aufgaben und dem humanitäten Auftrag widmen“ könne, wurde geäussert.

Ob Patienten durch dieses Vorgehen zu Schaden kamen, ist bisher nicht bekannt.