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Erstmals US-Vertreter bei Gedenken in Nagasaki anwesend

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Statue des Friedens in Nagasaki (Japan)
Statue des Friedens in Nagasaki

In Anbetracht der Tatsache, das vielen Menschen bereits das Datum des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945 nicht bewusst ist, scheint es sehr wahrscheinlich, dass noch weniger Personen etwas derartiges wie einen Atombombenabwurf mit dem 9. August 1945 verbinden – ist doch auch meist die Rede von „Hiroshima und Nagasaki„.

Das mag einfach der Reihenfolge der Ereignisse geschuldet sein, doch drückt diese Formulierung allzu oft auch die mediale Gewichtung dar, steht das Drama von Nagasaki mit 22.000 Menschen die bei der Explosion sofort starben, fast immer im Schatten der Ereignisse von Hiroshima.

Dieses Jahr ist die Medienaufmerksamkeit jedoch größer. Zum einen, weil die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zeigen, dass auch in  friedlicher Nutzung, die Atomenergie nicht beherrschbar ist.

Zum anderen ist dieser 66. Jahrestag des Abwurfs auf Nagasaki das erste Mal, dass mit James Zumwalt ein Vertreter der US-Regierung aus der Botschaft in Tokyo bei der Zeremonie

Atombombe auf Nagasaki am 9. August 1945
Atombombe auf Nagasaki am 9. August 1945

zum Gedenken an die Opfer anwesend war.

Im Jahr zuvor hatte der US-Botschafter John Roos erstmalig die Gedenkveranstaltung in Hiroshima besucht, jedoch aus Zeitgründen nicht am Gedenken in Nagasaki teilnehmen können.

Obwohl Zumwalt seine Worte, er hoffe, „dass der Besuches eines Vertreters der USA deutlich die Vision von US-Präsident Barack Obama nach einer Welt ohne Atomwaffen zeige“ auf Japanisch vortrug, wurde seine Anwesenheit eher verhalten aufgenommen. Vereinzelt wurde kritisiert, es wäre unzureichend von Visionen zu sprechen, man habe sich konkrete Zusagen gewünscht.

Japans Premierminister Naoto Kan nutze die Gelegenheit und verlieh seiner Reue darüber Ausdruck, dass die Sicherheitsvorkehrungen am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi versagt hatten und versprach sowohl die genaue Aufklärung der Ursache als auch Gegenmaßnahmen um künftige Katastrophen dieser Art zu verhindern.

Gleichzeitig wiederholte er seine Aussage die er bereits bei der Zeremonie in Hiroshima gemacht hatte, Japan müsse eine Gesellschaft werden, die nicht länger von der Atomenergie abhängig sei. Zudem werde Japan sich noch stärker als bislang für die nukleare Abrüstung einsetzen.