Start Aktuelles Ex-Mitarbeiter von Wikileaks gründen neue Whistleblowing-Plattform OpenLeaks

Ex-Mitarbeiter von Wikileaks gründen neue Whistleblowing-Plattform OpenLeaks

577
0
TEILEN

Frühere Wikileaks-Mitarbeiter, unter ihnen Daniel Domscheit-Berg,  der ehemalige Wikileaks-Sprecher und einstige Mitstreiter von Julian Assange, wollen mit OpenLeaks eine Alternative gründen die dem altem Ideal folgt, Informationen statt Personen in den Vordergrund zu stellen.

Nachdem Wikileaks-Chef Julian Assange in Großbritannien festgenommen wurde taucht die Frage auf, was aus der Whistleblowing-Plattform wird, sollte er tatsächlich inhaftiert bleiben oder sogar an die USA ausgeliefert werden.

Während die einen ihm einen autoritären Stil und Selbstinszenierung auf Kosten von Wikileaks vorwerfen, argumentieren  seine Unterstützer, ohne starke Hand wäre das Projekt längst zur Bedeutungslosigkeit verkommen, durch Assange habe die Plattform zudem ein Gesicht erhalten.

Daniel Domscheit-Berg und seine Mitstreiter wollen nun nicht in Konkurrenz treten, sondern mit der neuen Whistleblowing-Plattform OpenLeaks eine brauchbare Alternative ohne Personenkult und Machtballung schaffen.

Das neue System soll eine Art anonymisierendes, dezentrales Netzwerk toter Briefkästen bieten. Der Whistleblower überträgt die geleakte vertrauliche Information in einen der virtuellen Briefkästen und gibt den gewünschten Empfänger an, etwa eine bestimmte Zeitung.

OpenLeaks prüft das Material und leitet es dann ohne sonstige Auswahlkriterien oder andere Einflussnahme, anonymisiert an den gewünschten Empfänger weiter. Veröffentlicht dieser das zugespielte Material nicht, wird es an andere Medien weitergereicht. Zeigt keine der Parteien Interesse so wird dieses allen zugesandt.

Damit wird auch einer der großen Unterschiede des Alternativprojekts deutlich: Anders als bei Wikileaks soll hier keine subjektive Filterung durch Einzelpersonen nach Relevanz oder Brisanz erfolgen, das Material solle immer zur Gänze veröffentlicht werden.

Nach Angaben von OpenLeaks-Mitarbeitern arbeite man mit Hochdruck an dem Projekt, es werde voraussichtlich Mitte Dezember an den Start gehen.

Während einige in dem Projekt eine Art Rettung der Whistleblowing-Idee sehen, unterstellen andere Domscheit-Berg er wolle nun seinerseits vom Wikileaks-Hype profitieren und seine gekränkte Eitelkeit pflegen, womit er sich nicht wesentlich von Assange unterscheiden würde, oder sehen das ganze Projekt als zu idealistisch an.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here