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Explosion in Anlage des französischen AKW Marcoule

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Auf dem Gelände des stillgelegten  Kernkraftwerks Marcoule in Südfrankreich hat sich eine Explosion ereignet. Sowohl örtliche Behörden als auch Feuerwehr schliessen ersten Angaben zufolge ein Freisetzung von radioaktivem Material nicht aus.

Das Gelände der Nuklearanlage Marcoule, auf dem sich neben dem gleichnamigen Kraftwerk auch das Kernkraftwerk Phénix sowie mit Centraco ein Zentrum für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle und die Aufarbeitungsanlage Melox befinden, liegt in der Nähe von Avignon.

Die französische Atomsicherheitsbehörde ASN bestätigt bislang einen Toten, dessen Leiche stark verkohlt sei, sowie vier Verletzte, mindestens eine Person schwebt in Lebensgefahr.

Der Vorfall: Ersten Einschätzungen zufolge ist ein Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle auf dem Gelände aus bislang unbekannter Ursache explodiert. Der staatliche Energiekonzern Electricité de France (EDF) liess durch seine Sprecherin Carole Trivi erklären, nach der Explosion sei zwar zunächst ein Feuer ausgebrochen, das jedoch unter Kontrolle gebracht wurde.

Zu dem in dem Ofen entsorgten Material gehören die Kleidung von Arbeitern sowie Betonteile und Metallelemente.

Kein Austritt von Radioaktivität: Die französische Polizei hat bislang gemeldet es bestehe keine radioaktive Kontamination, so die Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Verletzten hätten dabei ausschließlich körperliche Schäden erlitten und nicht verstrahlt worden, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums.

Auch die französische Atomsicherheitsbehörde ASN dementiert aktuell Berichte über eine Freisetzung von radioaktivem Material.

Sicherheitszone eingerichtet: Eine lokale Zeitung hatte zunächst berichtet, es seien bislang keine besonderen Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung in umliegenden Ortschaften eingeleitet, sondern lediglich die Tore der Anlage geschlossen worden. . Dagegen wurde nun mittlerweile eine Sicherheitszone eingerichtet. Nach Angaben des Innenministeriums wurde das Gelände der Anlage nicht evakuiert.

Das Atomkraftwerk: Das Atomkraftwerk selbst ist stillgelegt, und die Reaktoren  seit 1984 vom Netz. Die Anlagen auf dem Gebiet wird jedoch noch für Forschungszwecke und die dortige Aufbereitungsanlage Melox zur Gewinnung des Uran-Plutoniumgemischs MOX genutzt. Der Konzern Areva, der Unterstützung bei der Kühlanlage für das AKW Fukushima leistete, führt dort Arbeiten durch.

Angesichts der Fukushima-Krise, dem Angebot Frankreichs, japanische Brennstäbe zu entsorgens und nicht zuletzt aufgrund des Umstands, dass Frankreich den Großteil seines Elektrizitätsbedarfs über die Atomenergie deckt, ist der Zwischenfall als äußerst unglücklich für die Atomlobby zu bezeichnen.

Internationale Atomenergieaufsichtsbehörde IAEA eingeschaltet: Der quasi-staatliche Energiekonzern stellte umgehend klar, es handle sich bei dem Zwischenfall  um einen Industrieunfall und keinen Atomunfall, dennoch wurde sofort nach Bekanntgabe das IAEA-Zentrum für nukleare Notfälle informiert.

Die Internationale Energieaufsichtsbehörde IAEA hole nun Informationen von den französischen Stellen ein, erklärte deren Präsident Yukiya Amano.

Einschätzung von Greenpeace: Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace versucht nun an Informationen zum Zwischenfall zu gelangen, bereits die Einrichtung einer Sicherheitszone deute jedoch auf einen durchaus ernstzunehmenden Zwischenfall hin, so eine erste Aussage der Organisation gegenüber der FR.

Beendigung des Unfalls: Die französische Atomaufsichtsbehörde erklärte mittlerweile den Unfall für beendet. Nach Meldung der dpa soll die Lüftung des Gebäudes noch intakt sein und laufe, es habe keine Schäden am Gebäude gegeben.

1 KOMMENTAR

  1. Schwach radioaktiv, aha. Aus der Geschichte wissen wir, daß selbst bei relattiv frühzeitiger Veröffentlichung danach im Durchschnitt eine Verschlimmerung der Lage eingetreten ist, die in keinem Verhältnis zur ersten Meldung stand. Dieses Wissen im Hintergrund, werde ich erst mal würdigen, daß diese Anlage siehe Wikipedia die von deutschland dringend benötigten MOX Elemente produziert. Die Leute dort sterben auch wegen uns. Und – Plutonium – wie war da gleich die Halbwertzeit? Und, wie gehen denn die Nachrichten weiter? Ach ja, die Meldungen über Unfälle bei industrieller Fertigung sind ja alltäglich. Interessanterweise haben in Frankreich erst mal die Kids – als unter 20 Jahren zuerst ihre Sprüch abgelassen. Fast so gut wie Asterix. Darüber lachen? fällt aus. (meistens)

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