Start Aktuelles Facebook-Mitglieder verfolgen möglichen Pädophilen

Facebook-Mitglieder verfolgen möglichen Pädophilen

822
0
TEILEN

Möglicherweise hat sich ein vermutlich aus Frankreich stammender Twitter-Nutzer einen üblen Scherz erlaubt und eine Hoax-Meldung über einen angeblichen Pädophilen-Account bei Facebook ins Rollen gebracht, was zu lautstarken Protesten und Löschungsforderungen gegen den vermeintlichen Kinderschänder führte

Nachrichten mit Inhalten wie „Blockiere unbedingt Nutzer XY, das ist ein Virus der sich durch deine Kontaktliste frisst und deine Festplatte löscht“, verbunden mit der Aufforderung die Nachricht an alle Kontakte weiterzuleiten, hat vermutlich jeder Internetnutzer schon einmal erhalten – und dennoch fallen nach wie vor unerfahrene Nutzer auf diese Scherze, „Hoax“ genannt herein.

Nun verbreitete sich in den vergangenen 20 Stunden über den Mikroblogging-Dienst Twitter die Meldung, ein Pädophiler habe bei Facebook ein Profil unter dem Namen „Dzulham Sinaga“ eröffnet, zusammen mit der Aufforderung, das Profil bei Facebook zu melden und eine Löschung zu fordern. Auch ein entsprechendes Missbrauchs-Foto kursiert im Netz

Eine derartige Löschungsaufforderung ist ohne weiteres über den Button „Diese Person melden/blockieren“ möglich. Auch eine Facebook-Protestgruppe gründete sich, die mittlerweile über eintausend Mitglieder hat.

Auch wenn es mindestens ein Foto gibt, dass den Verdacht des Kindesmissbrauchs zu unterstützen scheint, so sind doch Zweifel angebracht. Würde sich ein Triebtäter tatsächlich so offen in einem sozialen Netzwerk präsentieren? Woher stammen die Fotografie und die ursprüngliche Warnung?

Das Profil ist nun nicht mehr aufrufbar, Facebook lieferte bislang keine Stellungnahme. Welchen wirklichen Hintergrund der Fall hat ist noch unklar.

Es könnte sich ebenso um einen schlechten Scherz handeln, wie der Versuch eines Aktivisten auf die Risiken einer „Hexenjagd“ auf vermeintliche Täter im Netz aufmerksam zu machen.  Die TV-Serie „Tatort Internet“ hatte mit einem derartigen Hexenjagd-ähnlichen Format für Kritik gesorgt.

Dennoch muss klar gesagt werden, dass auch eine schwere Straftat gegen Minderjährige gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden kann und durch das verbreitete Foto möglicherweise Pädophile gewissermaßen freiwillig mit Material versorgt werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here