Start Aktuelles Felix Baumgartner nach spektakulärem Sprung sicher gelandet

Felix Baumgartner nach spektakulärem Sprung sicher gelandet

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Roswell: UFO-Kultstätte wird Mekka der Extremsport-Schaulustigen
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Roswell: UFO-Kultstätte wird Mekka der Extremsport-Schaulustigen

Der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner (43) will am heutigen Sonntag im Rahmen des „Projekt Stratos“ zum zweiten Mal den Versuch starten, im freien Fall aus 36.000 Metern Höhe die Schallmauer zu durchbrechen. Der erste Versuch am 9. Oktober 2012 musste wegen zu starker Winde abgebrochen werden (Spreadnews berichtete).

Der 14. Oktober ist ein geschichtsträchtiger Tag – denn ganau vor 65 Jahren flog Chuck Yeager als erster Mensch mit einem experimentellen Raketenflugzeug  und erreichte mit seinem Fluggerät Überschallgeschwindigkeit. Sollte der Sprung für Felix Baumgartner heute gelingen, würde er mehrere Weltrekorde brechen.

Doch wie steht es um den Versuch des Red Bull  Stratos Projekts?

Die Vorbereitungen zum Start laufen in Roswell, New Mexico, auf Hochtouren. Die Hülle des Ballons ist von Arbeitern ausgerollt worden, allerdings bleibt immer noch offen, ob das Wetter, bzw die Winde mitspielen. Zwar sieht die Wetterprognose für den heutigen Sonntag günstig aus, aber Baumgartner kann erst starten, wenn das Minimum der Windgeschwindigkeit bei 10 Knoten liegt.

Der Österreicher hat begonnen, seinen speziellen Druckanzug anzuziehen – danach muß er, sollte es tatsächlich zu einem zweiten Rekordversuch kommen etwa 100 Minuten reinen Sauerstoff einatmen, um den Stickstoffgehalt seines Körpers zu senken, um einer Dekompressionskrankheit, auch „Taucherkrankheit“ genannt, entgegenzuwirken.

Der Start ist bereits verschoben worden. Um 14:00 Uhr MESZ hätte Felix Baumgartner in den mit Helium gefüllten Ballon steigen sollen – nun aber die Startverschiebung auf 16:45 Uhr.

Was geschieht wenn alles wie geplant verläuft?

Der Heliumballon wird mit Baumgartner, der in einer Kapsel unterhalb des Ballons sitzt, etwa drei Stunden aufsteigen und ihn bis auf Absprunghöhe bringen. Danach wird der Extremsportler auf eine Plattform treten, sich aus dem Versorgungssystem ausklinken und springen.

Etwa 48 Sekunden nach dem Absprung wird er seine Höchstgeschwindigkeit erreichen, die etwa 10 Prozent oberhalb der Schallgeschwindigkeit liegt. Der Durchbruch der Schallmauer wird daher voraussichtlich bereits nach 40 Sekunden in 32 Kilometern Höhe erfolgen.

Während dies für Baumgartner eine extreme körperliche Belastung darstellt, erwartet den Augen- und insbesonderen Ohrenzeugen an sich nichts spektakuläres, da beispielsweise aufgrund des geringen Luftwiderstands kein Knall, wie er bei einem Überschallflugzeug auftritt, zu hören sein wird. Felix Baumgartner wird aber minutiös ärztlich überwacht – dazu gehören unter anderem Puls, Herzschlag und Blutdruck. Sollten technische oder gar medizinische Probleme beim Aufstieg entstehen, kann die Kapsel, in dem Baumgartner sitzt, sofort ausgeklinkt werden.

Die 200 Meter lange Hülle soll langsam mit Helium betankt werden. Aufgeblasen hat er Ballon einen Durchmesser von 129 Metern. Es ist 15:30 Uhr MESZ. Baumgartner sitzt schon in der Kapsel und geht die Sicherheitschecks durch.

Um 15:45 Uhr MESZ heißt es „hold“ – dieser Befehl vom Kontrollzentrum erinnert an die Abbrüche am 9. Oktober. Möglicherweise sind die Windverhältnisse zu diesem Zeitpunkt ungünstig.

Neue Startzeit wird bekannt gegeben: Frühestens um 17:30 Uhr MESZ soll der Countdown erfolgen. Ursprünglich hätte der Start um 14:00 Uhr MESZ erfolgen sollen. Das Team ist dennoch optimistisch, dass der Weltrekordversuch von Felix Baumgartner gelingt, denn die Wetterbedingungen sind, so heißt es, am heutigen Tag günstiger, als am Dienstag.

Mitarbeiter haben um 16:45 Uhr MESZ begonnen den Ballon mit Helium zu füllen. Die Befüllung wird etwa eine Stunde dauern. Jetzt darf keine Panne mehr passieren. Der Start ist für 18:00 Uhr MESZ angekündigt.

Um 17:14 Uhr MESZ bisher ist die Befüllung ohne Probleme verlaufen.

17:21 Uhr MESZ – der Ballon ist mit Helium gefüllt.

17:29 Uhr MESZ – der Start-Countdown hat begonnen. Jubel bricht im Kontrollzentrum und bei den Schaulustigen aus. Die Eltern von Felix Baumgartner sind auch dabei, um ihren Sohn beim Weltrekord zu zusehen.

17:30 Uhr MESZ: Der Ballon startet erfolgreich

Der Flug in die Höhe verläuft schneller als angenommen. Die folgenden Zeitangaben beruhen auf dem Livestream von redbullstratos.com, die von anderen Berichterstattungen leicht abweichen.

17:33 Uhr –  Der Ballon hat bereits einen Höhe von 2000 Metern erreicht.

17:40 Uhr –  Funkverkehr mit Felix Baumgartner – Stickstoffdruck, Status von Schleuse 1 und 2 werden überprüft, ebenso Stickstoffmenge, Aussentemperatur, Temperatur in der Kapsel, Funktion der Heizung, Druckparameter und natürlich die persönliche Empfindlichkeit von Baumgartner. Es scheint alles im Normalbereich zu sein.

17:44 Uhr – Baumgartner befindet sich in einer Höhe von 6180 Metern. In dieser Höhe muss Sauerstoff zugeführt werden.

17:46 Uhr –  Höhe 6300 Meter. Der Ballon bewegt sich etwa 46 Kilometer pro Stunde (Grundgeschwindigkeit = ground speed) und dehnt sich in der Höhe aus.

17:48 Uhr – 7000 Meter Höhe sind erreicht. In der Kapsel herrscht eine Temperatur von 15,9 Grad Celsius. Aussentemperatur beträgt Minus 23,3 Grad Celsius.

17:51 Uhr –  8200 Meter Höhe. Geschwindigkeit 72 Kilometer pro Stunde. Während die Innentemperatur zwischen 15,5 und 15,01 Grad schwankt, beträgt die Aussentemperatur Minus 31,7 Grad Celsius. Der Sauerstoffgehalt in der Kapsel liegt derzeit bei 24,2 Prozent. Baumgartner geht es gut.

17:54 Uhr – 9000 Meter sind erreicht. Geschwindigkeit beträgt 81 Kilometer pro Stunde. Innentemperatur bleibt im Normalbereich – die Aussentemperatur sinkt auf Minus 38,9 Grad Celsius.

17:57 Uhr – mit 100 Kilometer pro Stunde erreicht die Kapsel mit Baumgartner die 10.000 Meter. Aussentemperatur beträgt jetzt Minus 46,5 Grad Celsius. Weiterhin besteht mit Baumgartner Funkkontakt.

18:00 Uhr –  11.000 Meter Höhe. 133 Kilometer pro Stunde Geschwindigkeit. Aussentemperatur liegt bei eisigen Minus 50,5 Grad Celsius.

18:05 Uhr – 12.350 Meter Höhe ist erreicht. Mit 188 Kilometer pro Stunde geht es weiter aufwärts. Diese Höhe ist für Felix Baumgartner nichts besonderes, hatte er sich dort schon kurzzeitig aufgehalten.

18:08 Uhr – er steigt auf 13.000 Meter. Geschwindigkeit beträgt zur Zeit 182 Kilometer pro Stunde. Aussentemperatur: Minus 60,9 Grad Celsius. Sauerstoff in der Kapsel 26,4 Prozent. Die Aufstiegsgeschwindigkeit: beträgt 4,7 Meter pro Sekunde.

18:11 Uhr -14.000 Meter sind erreicht. Geschwindigkeit nimmt etwas ab – zur Zeit 153 Kilometer pro Stunde. Die Aufstiegsgeschwindigkeit beträgt 4,6 Meter pro Sekunde.

18:15 Uhr – 15.000 Meter, ohne Probleme. 91 Kilometer pro Stunde, Aufstiegsgeschwindigkeit: 3,7 Meter pro Sekunde, Aussentemperatur: Minus 65,7 Grad Celsius. Hier wirkt der Himmel ungewöhnlich tiefblau.

18:19 Uhr – 16.000 Meter. Der Ausstieg wird von Felix Baumgartner simuliert. Er schaltet die Heizung in den Handschuhen ein. Ausstiegshebel werden überprüft. Sauerstoffversorung ein-ausschalten. Lichtschutz am Helm herunterfahren. Luftversorgung vom Druckanzug abhängen. Visierheizung hochschalten. LED am Anzug eingeschalten. Sessel zur Ausstiegsposition drehen. Helmbefestigung überprüfen. Druckausgleich prüfen. Druckanzug aufpumpen. Abgeklemmten Schläuche entfernen. Kompletter Druckausgleich erfolt. Tür öffnen und Schwelle betreten. Anschnallgurt lösen. Herunterfahren des Sonnenschutzes. Fallschirme sind im normalen Zustand. Notfallmesser zum Abschneiden des Gurts wird überprüft. Insgesamt über 40 Punkte wurden überprüft. Alles in Ordnung.

18:24 Uhr – 17.000 Meter erreicht.

18:28 Uhr – 18.000 Meter. 42, Kilometer pro Stunde. Aufstiegsgeschwindigkeit 3,5 Pro Sekunde. Aussentemperatur: Minus 64,3 Grad Celsius. Sauerstoff: 24,2 Prozent.

18: 33 Uhr – 19.000 Meter. Geschwindigkeit nur noch 12 Kilometer pro Stunde. Sauerstoff bei 29,5 Prozent.

18:63 Uhr –  20.000 Meter sind erreicht.

18: 43 Uhr  –   21.000 Meter – jetzt dauert es nicht mehr all zu lange.

Eine gute Stunde schwebt Baumgartner schon nach oben. Schätzungsweise dauert es noch mal eine Stunde. Die Livekamera liefert beeindruckende Bilder. Es besteht immer noch eine große Gefahr für den Extremsportler. Es gab allerdings kleinere Probleme mit der Belüftung des Visiers. Offensichtlich beschlägt dieser.

18:47 Uhr – 22.000 Meter. Geschwindigkeit: 34 Kilometer pro Stunde. Aussentemperatur: Minus 65,1 Grad Celsius. Innentemperatur in der Kapsel 12 Grad Celsius. Sauerstoff: 29,6 Prozent , auf der Skala der Sauerstoffsättigung noch nicht im roten Bereich. Es bleibt ein lebensgefährliches Unterfangen.

18:51 Uhr – 23.000 Meter. Baumgartner hat zwischenzeitlich die „Armstrong-Linie“ passiert.

18:55 Uhr – 24.000 Meter. Aussentemperatur: Minus 48,9 Grad Celsius. Innentemperatur in der Kapsel: 12,3 Grad Celsius.

19:58 Uhr – 25.000 Meter. Nur noch 5 Kilometer pro Stunde Geschwindigkeit. 5,9 Meter pro Sekunde beträgt zur Zeit die Aufstiegsgeschwindigkeit.

19:02 Uhr – 26.000 Meter. Spionageflugzeuge fliegen zum Beispiel in dieser Höhe. Baumgartner ist nun ungefähr auf der Höhe seines erfolgreichen Testsprungs.

19:06 Uhr – 27.000 Meter über der Erde. Der Himmel scheint im Livestream schwarz zu sein.

19:09 Uhr – 28.000 Meter. Aussentemperatur: Minus 31,7 Grad Celsius. Innentemperatur: 12,3 Grad Celsius. Geschwindigkeit: 27 Kilometer pro Stunde. Aufstiegsgeschwindigkeit: 4,8 Meter pro Sekunde.

19:13 Uhr – 29.000 Meter sind erreicht.

19:15 Uhr – 30.000 Meter Höhe. In dieser Höhe fliegen US-Spionageflugzeuge nicht mehr.

19: 19 Uhr –  31.000 Meter. Alles läuft so wie geplant. Funkverkehr mit Baumgartner steht. Er fühlt sich gut.

19: 22 Uhr – 32.000 Meter. Den bisherigen Rekord von Joe Kittinger hat Baumgartner überboten.

19: 27 Uhr – 33.000 Meter. Aussentemperatur: Minus 24,1 Grad Celsius. Sauerstoff: 27,4 Prozent. Die Luft ist schon sehr dünn für Baumgartner.

19: 30 Uhr – 34.000 Meter. Der Heliumballon sieht gegen den schwarzen Himmel filigran und zerbrechlich aus. Letzte Checks mit Baumgartner.

19: 34 Uhr – 35.000 Meter. Jetzt wird es für Felix Baumgartner ernst. Hoffentlich beim freien Fall kein black out, oder technische Probleme.

19: 39 Uhr –  36.000 Meter sind erreicht. Jetzt wird es spannend. Noch einmal Luft anhalten. Sprechfunk mit Baumgartner steht. Alles ok. Der Ballon ist prall und rund.

19: 42 Uhr – 37.000 Meter. Der Ballon steigt und steigt –  und steht bei 37.205 Metern still. Kein Funkverkehr mehr. Baumgartner ist jetzt ganz alleine. Baumgartner ist angespannt. Kurzzeitig hat er die Augen geschlossen. Die Spannung steigt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr – der Ballon ist auf 37.916 gestiegen. Die Mission Control macht sich keine Sorgen.

19: 48 Uhr – Check zum Ausstieg beginnt. Baumgartner aktiviert unter anderm seine Kamera am Anzug. Die vorangegangene Liste wird noch einmal durchgegangen. Punkt 3 der 46-Punkte wird abgearbeitet. Der Druckausgleich beginnt.

19: 50 Uhr – Der Ballon sinkt langsam. Baumgartner ist beim Check sehr konzentriert.

19: 57 Uhr – Druckanzug ist aufgepumpt. Der Check geht weiter. Erst der 23. Punkt auf der Checkliste. Der Innendruck der Kapsel fällt auf Aussenniveau von 0,003 Bar.

20: 03 Uhr – die Tür ist geöffnet. Ausstiegschwelle ist aktiviert. Füße sind auf der Schwelle. Baumgartner löst den Sitzgurt. Sitz wird nach vorne gefahren. Visierheizung ist eingeschaltet. „Nabelschnur“ wird verstaut. Versorgungsschläuche müssen gelöst werden.

20: 06 Uhr – Baumgartner steht an der Tür und sagt:“Ich bin bereit – das ist wirklich sehr sehr hoch hier oben. Kleine Welt ich komme“.

FELIX BAUMGARTNER SPRINGT:

Es sieht dramatisch aus, ein leichtes Trudeln lässt Beobachtern den Atem stocken – dann ist er in einer Höhe, in der er sich wieder selber steuern kann.

20: 09 Uhr – er fällt und fällt und fällt…….Die kritische Phase ist wohl überstanden. Sprechfunk mit der Bodenkontrolle. Mit 1100 Kilometer die Stunde hat er die Schallmauer durchbrochen. Leider hat Baumgartner den Rekord im längsten freien Fall nicht geschafft – er aktivierte zu früh den Fallschirm.

Das war um 20:12 Uhr.

20:14 Uhr – Baumgartner schwebt zur Erde. Er landet sicher auf dem Boden.

20: 16 Uhr – Jubel im Kontrollzentrum. Baumgartner legte eine butterweiche Landung hin. Erleichterung macht sich bemerkbar.

Unmittelbar nach der Landung ist  ein Medizinisches Hilfteam per Helikopter vor Ort und führt erste Kontrollen durch. Baumgartner steht und ist offenbar voll ansprechbar

Fazit: nach langen Vorbereitungen und einigen Fehlschlägen ist Felix Baumgartner der Stratopshärensprung geglückt.

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