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Frauen-Fußball-WM: Deutschland vorzeitig im Viertelfinale

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Heute fand das zweite Spiel der deutschen Frauennationalmannschaft statt. Im Frankfurter Stadion ging es vor  knapp 50 000 Zuschauern gegen Nigeria. Die Stimmung unter den Fans war vor Spielbeginn gut, in der angenehmen Atmosphäre des Stadions fühlten sich auch Familien wohl.

Wenig feierlich waren dagegen die bereits weit vor dem Spiel bekannten homophoben Äußerungen der nigerianischen Trainierin die sie, vermutlich lediglich aus „political correctness“, kurz vor dem Spiel zurückzog – derartige Aussagen habe sie angeblich nie gemacht. Auch verstehe sie die Diskussion nicht, jede Kultur habe eben andere Wertevorstellungen.

Doch zurück zum Sport:

Schiedsrichterin war die Südkoreanerin Sung-Mi Cha die bereits in der ersten Halbzeit mit fragwürdigen Entscheidungen von sich reden machte – eine Tendenz die sich in der zweiten Halbzeit noch verstärken sollte.

Der Anpfiff

Die Deutschen Frauen versuchten von Anfang an das Spiel zu dominieren, kamen jedoch nicht auf gefährliche Distanz vor das nigerianische Tor. Im Gegenzug begannen dagegen die nigerianische Mannschaft deutlich härter zu spielen.

Der weitere Verlauf des Spiels erweckte dann den Eindruck, als habe das deutsche Team die Fähigkeit zum genauen Pass eingebüßt. Es gab viele Fehlpässe von deutscher Seite, die den Nigerianerinnen Chancen ermöglichten.

Die deutschen Frauen schienen durch die harte Spielweise der Nigerianerinnen verunsichert – da half auch das toben der deutschen Nationaltrainierin Silvia Neid von der Seitenlinie nicht wirklich.

Stattdessen folgten mehrere deutliche Fouls durch die Nigerianerinnen, die jedoch vom Schiedsrichtergespann ignoriert wurden.

Nicht gegebenes Foul – Melanie Behringer verletzt vom Platz.

In der 29. Minute dann ein weiteres der zahllosen Fouls. Melanie Behringer musste zunächst behandelt werden um dann doch durch Alexandra Popp ersetzt zu werden. Behringer wurde danach mit dem Verdacht auf eine Außenbandverletzung in ein Krankenhaus gefahren.

Während deutsche Fans nun natürlich hoffen, dass es sich um keine ernste Verletzung handelt, war der Schiedsrichterin das Foul dagegen wohl noch nicht ernst genug – zog es doch keine Konsequenzen nach sich

Der weitere Verlauf des Spiels zeigte für keine der beiden Mannschaften echte Chancen und auch riskante Situationen suchte man vergebens. Nicht suchen musste man dagegen den Ärger der Zuschauer im Stadion, die zahlreiche Entscheidungen der Schiedsrichterin mit lauten Pfiffen quittierten.

Die Proteste waren dabei keineswegs auf überhitzte Gemüter zurückzuführen – mehrere deutliche Fouls der Nigerianerinnen, die vorsätzlich mit gestrecktem Bein in die Gegnerinnen gingen wurden nicht geahndet. Die Nigerianerinnen zeigten insgesamt keinen schönen Fussball, manchmal war eine gewisse Ähnlichkeit zur Schulhofrangelei unverkennbar.

Mit zahlreichen Fouls, ebenso vielen Fehlentscheidungen, einer Verletzung und jede Menge fehlender Struktur auf beiden Seiten, ging es in die Halbzeit.

Zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit traten die deutschen Frauen besser auf und konnten stellenweise das Spiel kontrollieren, auf Torchancen wartete man dagegen vergebens. Nicht lange warten musste man dagegen auf ein weiteres deutliches Foul – ein erneutes Einsteigen mit gestrecktem Bein durch eine Spielerin der nigerianischen Mannschaft.

Foulspiel überraschend  bemerkt – Gelbe Karte gegen Nigeria

In der 51. Minute lichtete sich dann offenbar kurzzeitig der Schleier um die Wahrnehmung der Schiedsrichterin und sie ahndete ein Foulspiel der Nigerianerin Ohale mit der ersten gelben Karte des Spiels.

Nun  schien die Blessur von Birgit Prinz die, von Ohale gefoult gegen Inka Grings eingetauscht werden musste, für die südkoreanische Schiedsrichterin dann doch einmal Grund genug, eine Entscheidung zu treffen.

Freistoß und Führung für Deutschland

Ein Freistoß in der 54. Minute für Deutschland,  wurde dann nach einigem hin und her doch durch Simone Laudehr verwandelt, die sich als beste Spielerin der gesamten Partie erwies – Deutschland ging mit 1:0 in Führung . Die Zuschauer quittierten dies mit lautem Jubel, und skandierten von ihren Rängen herab ein deutlich vernehmbares „Jetzt gehts los„.

Los ging allerdings das erneute foulen durch die nigerianischen Spielerinnen, denn bereits kurz nach dem Führungstreffer lag die Torschützin angeschlagen am Boden. Die Nigerianerin Orji war mit gestrecktem Bein eingestiegen – mittlerweile wenig überraschend war die fehlende Ahndung der unfairen Spielweise durch die Schiedsrichterin.

Neben ihren Füßen verliess sich die Manschaft Nigerias auch auf Ellenbogen und Knie, die sie rücksichtslos einzusetzen wusste.

Torchance für Deutschland – deutsche Spielerinnen mit härteren Bandagen

In der 63. Minute dann der erste Wechsel bei Nigeria. Aighewi kommt für Orji und lediglich eine Minute später, endlich eine erneute Torchance für Deutschland, die Kerstin Garefrekes mit einem Schuss über das Tor jedoch nicht nutzen kann.

Nach den groben Unsportlichkeiten in der Spielweise der Nigerianerinnen, setzten nun auch die deutschen Frauen auf die besondere Eigenschaft der Schiedsrichterin, übertrieben harte Spielweise konsequent zu übersehen und gingen deutlich härter in die Zweikämpfe.

Deutschland in der Defensive – gelbe Karte für die Gastgeber

Trotz der neuen offensiven Herangehensweise der deutschen Mannschaft, gelang es den Nigerianerinnen Druck aufzubauen und die Deutschen für einige Zeit in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Doch die deutsche Abwehr hielt stand, die Afrikanerinnen hatten keine Möglichkeit zum Torschuß. In der 70. Minute wechselte Nigeria erneut  Sunday kam für Michael.

Dann nur kurz darauf, in der 74. Minute eine weitere gelbe Karte – diesmal jedoch für Deutschland. Zwar ist die Karte gegen Kim Kulig berechtigt – es bedurfte jedoch der Forderung einer nigerianischen Spielerin, damit diese gegeben wurde.

Offensive und intensiver Frauentausch bei den Mannschaften

Die Nigerianerinnen versuchten nun vermutlich ihre Kräfte vorne zu bündeln, wirklich zu sehen war davon jedoch nichts. Sie waren sich bewusst, dass sie nur mit einem Sieg, eine Chance auf das Viertelfinale  haben würden.

Die deutsche Mannschaft machte jetzt zunehmend dicht, es war offensichtlich, dass sie nun vermehrt versuchten, auf Zeit zu spielen und bis zum Schlusspfiff durchzuhalten. Die Fans begannen ihre Mannschaft zu diesem Zeitpunkt wieder lautstark zu unterstützen.

Nigeria wechselte in der 85. Minute und Ordega kam für Mbachu auf das Spielfeld. Deutschland ersetzte in der  87. Minute Fatmire Bajramaj durch Célia Okoyino da Mbabi.

Das Spiel auf Zeit schien aufzugehen, doch dann in der letzten Minute doch noch ein Eckball für Nigeria.  Die deutsche Torhüterin Nadine Angerer verhinderte in ihrem 100. Länderspiel das Tor und faustete den Ball aus dem Strafraum – wurde aber umgehend von eine Nigerianerin im Fünfmeterraum umgerannt. Wie in diesem Spiel offenbar üblich blieb auch hier der Pfiff der Schiedsrichterin aus.

Nachspielzeit ist Foulzeit

In der Nachspielzeit liessen die nigerianischen Spielerinnen mit einem Foul an Alexandra Popp noch einmal ihr Verständnis von Fair Play erkennen. Die Schiedsrichterin brillierte abschließend wieder einmal mit Betriebsblindheit – und so war es erneut an den Zuschauern auf den Rängen, das unsportliche Verhalten mit Pfiffen zu bestrafen.

Hätte die koreanische Schiedsichterin das Spiel korrekt gepfiffen, so wäre der Endstand für gelbe Karten mit einem 9:1 für Nigeria ausgegangen.

Abpfiff und Sieg für Deutschland

Nach dem Spiel gab eine sichtlich erleichterte aber auch heisere Silvia Neid ein kurzes Interview. Ihrer Meinung nach waren die deutlichen spielerischen Schwächen der deutschen Mannschaft auf das ausgesprochen harte Spiel der Nigerianerinnen zurückzuführen, dieses habe die Deutschen verunsichert.

Trotz aller berechtigten Einwänd war es das seit langer Zeit schlechteste Spiel der deutschen Frauennationalmannschaft – und eine vergleichbar schlechte Schiedsrichterin wird vermutlich ebenfalls lange Zeit gesucht werden müssen. . Hier bedarf es jetzt noch deutlicherer spielerischer Ordnung und klarer Leistungssteigerung, wenn sich Deutschland den  Titel tatsächlich holen will

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