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Frauenquote: Von der Leyen kämpft weiter


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Von Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sie keine Unterstützung erwarten, das hat die Regierungschefin ein für alle Mal klargestellt. Doch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hält laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ weiterhin an ihrer Forderung fest, dass die deutschen DAX-notierten Unternehmen eine gesetzliche Frauenquote auferlegt bekommen müssen.

Die Ministerin bemangelt, dass in den Führungsetagen der großen deutschen Konzerne so gut wie keine weiblichen Unternehmenslenker zu finden seien. Gerade die Vorstände und Aufsichtsräte seien vornehmlich von Männern besetzt und es sei ein Trend zu beobachten, bei dem dieselben Männer von einer Führungsposition in der einen Firma zur nächsten Firma wechseln, wo sie erneut im Vorstand oder Aufsichtsrat säßen.

Dieser „geschlossene Zirkel“ müsse nach Meinung von der Leyens durchbrochen werden. Dies sei, so von der Leyen zum „Spiegel“ nur möglich, indem man den Unternehmen eine verbindliche Frauenquote vorgebe. Konkret setzt sie sich bereits seit Anfang des Jahres für eine Frauenquote von 30 Prozent für Dax-Unternehmen bis zum Jahr 2018 ein.

Die Zahlen sprechen für sich: Derzeit sind von rund 180 Vorstandsposten in den Dax-Unternehmen nur fünf von Frauen besetzt. Das Thema wurde bereits Anfang des Jahres heftig diskutiert, so dass es im März zu einer Einigung der 30 Dax-Unternehmen Deutschlands kam. Sie hatten sich offiziell dazu verpflichtet, mehr für die Frauenförderung zu tun. Teil der Vereinbarung war es, dass die Konzerne eine selbst definierte Quote festzulegen beabsichtigten.

Die Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine gesetzlich vorgegebene Frauenquote aus. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage innerhalb der deutschen Bevölkerung hervor, die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse der bislang unveröffentlichten Befragung liegen der „Welt am Sonntag“ vor.

Demnach hätten sich 79 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer in Deutschland dafür ausgesprochen, dass es an der Zeit sei, dass die Politik eine höhere Zahl an weiblichen Führungskräften gesetzlich verankern müsse.

Von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt es zu solchen Vorhaben jedoch definitiv keinen Zuspruch. Auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) ist gegen eine strikte Vorgabe vom Staat. Für sie sei eine für jedes Unternehmen individuell festgelegte „Flexi-Quote“ zur Förderung von weiblichen Führungskräften der bessere Weg.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig wiederum vertritt eine andere Meinung. Sie weist auf den hohen Qualifikationsstand der deutschen Frauen hin. Für Vorstände und Aufsichtsräte der großen deutschen Unternehmen fordert sie eine gesetzlich geregelte Frauenquote von mindestens 40 Prozent. Dem derzeitigen Mangel an weiblichen Chefs könne man ihrer Meinung nach nur mit gesetzlichen Vorgaben begegnen, freiwillig passiere hier nichts.

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