Fukushima aktuell: 2015 könnte Jahr der AKW-Neustarts werden

Fukushima aktuell: 2015 könnte Jahr der AKW-Neustarts werden

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Artikelbild - AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Der Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa hängt von der Fukushima-Untersuchung ab (Foto: TEPCO)

Medien in aller Welt und auch der Suchmaschinenkonzern Google solidarisieren sich öffentlich mit den Opfern der Gewalt in Paris, die eine Mahnung zum Schutz der Pressefreiheit darstellen. Doch auch für Journalisten und Medienschaffende geht das Leben unterdessen weiter, so dass es auch im Zusammenhang mit den Folgen von Fukushima heute berichtenswertes gibt. Die Fukushima News daher wie gewohnt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • NRA-Führung sieht 2015 als entscheidend für Reaktorsicherheit an

NRA-Führung sieht 2015 als entscheidend für Reaktorsicherheit an: Am gestrigen Mittwoch hielt Shunichi Tanaka, Vorsitzender der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA, seine erste Pressekonferenz des neuen Jahres. Bereits zuvor hatte er die Mitarbeiter seiner Behörde auf die kommenden Herausforderungen eingeschworen.

Tanaka zufolge sei im Lauf des Jahres mit mehreren Reaktorneustarts zu rechnen. Insbesondere zwei Reaktoren des AKW Sendai (Präf. Kagoshima) gelten als aussichtsreiche Neustartkandidaten, deren Neustarts gegen März erwartet werden.

Der Zeitraum unmittelbar nach dem Hochfahren eines Reaktors wird vom NRA-Vorsitzenden als besonders entscheidend angesehen, insbesondere da die Reaktoren an Japans Kernkraftwerken seit Jahren nicht mehr hochgefahren wurden und teilweise neues Sicherheitsequipment eingebaut wurde.

Der Neustartvorgang am Kernkraftwerk Sendai wird Vorbildfunktion haben, da die Aufsichtsbehörde ihren Vorgehen bei den Inspektionen vor Neustarts überarbeitet habe und unter anderem auch NRA-Personal aus Tokyo vor Ort heranziehen werde, erklärte Tanaka.

Die Anlage in Sendai wäre das erste Kernkraftwerk des Landes, das unter Einhaltung der verschärften Sicherheitsbestimmungen ans Netz gehen würde.

Doch nicht allein Neustarts werden die Atomaufsicht vor neue Herausforderungen stellen. Die Stilllegung der stark beschädigten Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi, an der es im Zuge der Tohoku-Katastrophen an mehreren Reaktoren zu Kernschmelzen kam, wird weiterhin Aufmerksamkeit und Ressourcen fordern.

Insbesondere die Bewältigung der radioaktiven Abwässer, von denen täglich mehrere Tonnen anfallen, ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Eindämmung, Lagerung, Filterung und Entsorgung sind weiterhin zu meisternde Aufgaben.

Von Interesse dürfte dabei auch die geplante Inspektion des AKW Fukushima durch die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und die daraus resultierenden Schlüsse werden. Die Entwicklung an den Kernkraftwerken in Japan  dürfte somit langfristig weiter Thema bleiben. Über die Pressebekanntgabe berichtete die NHK.

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