Fukushima aktuell: Abe rührt Werbetrommel für Olympischen Fackellauf

Fukushima aktuell: Abe rührt Werbetrommel für Olympischen Fackellauf

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Artikelbild - Kibitan (Foto: eme cc-by-nd)
PR-Offensive: Präfektur Fukushima könnte sich auf olympische Fackel freuen (Symbolfoto: eme cc-by-nd)

Während Fukushima aktuell im Ausland immer noch mit der AKW-Katastrophe verbunden wird, will der Premier dies ändern und hofft dabei auf die Olympischen Spiele. Weitere Fukushima News befassen sich mit dem Eiswall und einer Straftat.

Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. April 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Premier Abe will olympisches Feuer nach Fukushima bringen
  • Eiswall-Gefrierung bislang problemlos
  • Versuchter Raubüberfall durch Dekontaminationsarbeiter

Premier Abe will olympisches Feuer nach Fukushima bringen: Japans Premierminister machte sich bei einem Treffen mit Hochschülern in der Präfektur Fukushima für den Weg des olympischen Feuers durch die Präfektur stark.

Die Studenten hatten den Premier um die Einbeziehung eines Küstenstraße durch die Präfektur gebeten. Abe erklärte, er halte die Passage des Fackellaufs für eine gute Idee. Sie würde der Welt zeigen, dass Fukushima sich von den Folgen der Katastrophe erholt habe.

Im Jahr 2020 ist Tokyo der Austragungsort der 32. Olympischen Sommerspiele. Über die Bereitschaft des Premierministers, die Veranstaltung auch als PR-Maßnahme für die Region zu nutzen, berichtete die NHK.

Mit den Olympischen Spielen ist  bereits die Aufforderung verbunden, die  AKW-Arbeiter sollen das J-Village räumen, damit die Sportanlagen wieder regulär genutzt werden können.

Eiswall-Gefrierung bislang problemlos: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern mitteilte, verläuft der Gefrierungsprozess des Erdbodens zur Blockierung von Grundwasser weitgehend reibungslos.

Der Kühlkreislauf für den ersten Teilabschnitt war am 31. März gestartet worden, nachdem am Tag zuvor die Atomaufsichtsbehörde NRA ihr Einverständnis zum Start der Gefrierung gegeben hatte.

Jetzt zirkuliert eine Kühlflüssigkeit mit einer Temperatur von -30 Grad Celsius durch die Rohrleitungen des Teilstücks und soll die umgebenden Erdschichten gefrieren. Die gestern festgestellte Temperaturen liegen zwischen -4 und -6 Grad Celsius.

Über die ersten Einschätzungen des Betreiberunternehmens berichtete die Asahi Shimbun.

Ziel der Maßnahme ist es, den Austritt radioaktiver Abwässer aus den Reaktorgebäuden und die Vermischung mit Grundwasser, dass zu einem großen Teil von der Bergseite herabströmt zu verhindern und so die Menge an einzulagernden Abwässern zu verringern.

Versuchter Raubüberfall durch Dekontaminationsarbeiter: Gestern nahm die Polizei einen 58 Jahre alten Mann fest, der als Dekontaminationsarbeiter in der Präfektur Fukushima wegen des Vorwurfs des versuchten Raubs fest.

Der Mann hatte versucht, eine 69 Jahre alte Angestellte eines Pachinko-Tauschbüros durch den Einsatz von Insektenspray zu überwältigen, sein Vorhaben jedoch aufgrund der massiven Gegenwehr seines Opfers aufgegeben.

Wenig später konnte der Mann, der als normaler Kunde dort bekannt war, von der Polizei festgenommen werden. Er räumte die Straftat ein und erklärte, er habe Geld gebraucht. Über die Straftat berichteten Präfekturmedien.

Automatenglücksspiel gegen Geld ist in Japan verboten, so dass ausschließlich Sachpreise ausgehändigt werden. Die Spieler können diese jedoch in Tauschbüros auf quasi-legale Art in Geldgewinne umtauschen.

Dieser jüngste Fall dürfte einen weiteren Schatten auf das Image jener Menschen werfen, die mit der Dekontamination von Ortschaften beauftragt sind.

Die Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter sind ein bekanntes Problem und auch in unserer Interview-Serie „Stimmen aus Fukushima“ äußern Menschen aus der Präfektur ebenfalls Vorbehalte gegen diese Arbeitskräfte.

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