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Fukushima aktuell: Ablagerungen in Grundwasserpumpe entdeckt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Ablagerungen aus Grundwasserbrunnen (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ablagerungen aus Grundwasserbrunnen (Foto: TEPCO)

Die Entwicklungen und Entdeckungen im Zuge der Arbeiten an der Kraftwerksanlage reißt in Fukushima heute ebenfalls nicht weiter ab – äußert sich der Betreiber TEPCO doch zu früheren Ereignissen. Worum es sich dabei handelt, findet sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO meldet Ursache für bislang ungeklärte Ablagerungen
  • Katastrophenbezug zu Todesfall anerkannt

TEPCO meldet Ursache für bislang ungeklärte Ablagerungen: In einer heutigen Pressemeldung machte TEPCO einige Angaben zu Entdeckungen an einer Grundwasserpumpe die zur Umleitung von Grundwasser aus den Bergen dient. Dort war im Oktober diesen Jahres ein algenartiger Befall der Pumpe festgestellt und diese für Untersuchungen abgestellt, jedoch die allgemeinen Verklappungsmaßnahment fortgeführt worden.

Eine Untersuchung hat nun neue Ergebnisse gebracht. Der entsprechende Bericht war von TEPCO bereits Ende November veröffentlicht worden, fand jedoch seinen Weg erst jetzt in die Pressemeldungen des Unternehmens.

Im Rahmen der neuen Meldung erklärte der Kraftwerksbetreiber heute, man habe in dem entsprechenden Grundwasserbrunnen die Existenz von  Bakterien nachgewiesen. Bei den Organismen handelt es sich um Lebewesen, die für die Oxidation von Eisen verantwortlich sind und durchaus unter diesen Umständen auftreten können.

TEPCO beurteilt das Auftreten der Bakterien als normal und sieht laut dem Untersuchungsbericht in den gelb-braunen Ablagerungen durch die Bakterien, die zum Lebensraum für weitere Organismen, wie Pilze wurden, offenbar auch die Ursache für den Fund der algenartigen Substanz.

Wie das Unternehmen heute dann zusätzlich mitteilte, habe man die bislang gestoppte Einheit nach Reinigungsmaßnahmen um 9:27 Uhr wieder in Betrieb genommen. Bislang wurden keine weiteren Auffälligkeiten gemeldet.

Die Pumpe ist Teil des Grundwasserumleitungsprojekts. Dabei wird aus den Bergen stammendes Wasser hochgepumpt, bevor es den Hauptteil der Anlage erreicht und dann umgeleitet, so dass es zunächst auf mögliche Belastungen kontrolliert werden kann. Anschließend wird das Wasser ins Meer eingeleitet.

Katastrophenbezug zu Todesfall anerkannt: Ein Gericht in der Stadt Sendai (Präf. Miyagi), entschied im Fall einer 85 Jahre alten Frau, dass der Todesfall, selbst fünf Monate nach der erzwungenen Evakuierung, als Katastrophenopfer anzusehen ist.

Das Gericht widersprach damit einem zuvor ausgestelltem Ablehnungsbescheid der Stadtverwaltung Sendai. Die Behörden hatten argumentiert, der Tod von Miwako Oikawa, die im August 2011 an einer Lungenentzündung verstarb, habe keine kausalen Zusammenhang mit den Tohoku-Katastrophen.

Die Hinterbliebenen klagten daraufhin auf Zahlung der Entschädigungssumme für die Angehörigen von Katastrophenopfern – und bekamen vor Gericht nun Recht. In ihrem Urteil argumentierte der Richter, die ärmlichen Lebensbedingungen nach der dreifachen Katastrophe hätten die 85 Jahre alte Frau körperlich und seelisch belastet, so dass ein Zusammenhang zu sehen sei.

Nach Angaben des Anwalts der Kläger ist nicht allein die Tatsache, dass die Stadt Sendai zur Zahlung verpflichtet wurde – es handelte sich seines Wissens nach um den ersten Fall überhaupt, bei dem ein Gerichtsurteil die Anordnung einer Lokalbehörde in solch einer Angelegenheit aufhebt. Über das Urteil berichteten Kyodo und NHK.

In der Vergangenheit war es bereits mehrfach zu Klagen von Personen bekommen, die Angehörige verloren hatten und dies auf die Evakuierungen nach den Naturkatastrophen oder den Ereignissen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zurückführen. Diese hatten die Flucht von Einwohnern aus der Region Tohoku zur Folge.

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