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Fukushima aktuell: Abtransport der ersten Brennelemente abgeschlossen

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Artikelbild: Fukushima-Reaktor 4: Aufladen des Transportbehälters am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Künftige Bergung geschmolzener Brennelemente unklar (Symbolfoto: TEPCO)

Während sich vor Tokyo derzeit eine Vulkaninsel aus dem Meer hebt, dürfte auch die Laune beim Betreiber des AKW Fukushima heute deutlich gestiegen sein, kann das Unternehmen doch einen psychologisch wichtigen Erfolg für sich verbuchen. Auch der Beginn der Neustartprüfungen für ein anderes AKW dürfte zumindest TEPCO erfreuen.

Diese und weitere Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. November 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Brennelemente in anderes Gebäude transportiert
  • Testlauf von dritter ALPS-Einheit begonnen
  • Neustartprüfung für AKW Kashiwazaki-Kariwa begonnen

Fukushima-Brennelemente in anderes Gebäude transportiert: Nachdem am Montag und Dienstag die Brennelemente im Lagerbecken gehoben und am Dienstag die ersten 22 Brennelemente in den Transportbehälter transferiert worden waren, folgte am gestrigen Mittwoch die Bergung  aus dem Becken und die Dekontamination des Behälters (Spreadnews berichtete).

Fukushima-Reaktor 4: Anheben des Transportbehälters zur Verladung am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Anheben des Transportbehälters zur Verladung am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)

Heute konnte Kraftwerksbetreiber TEPCO den ersten erfolgreichen Abtransport der Brennelemente in ein anderes Gebäudes vermelden.

Damit ist am AKW Fukushima Daiichi erstmals die Bergung und der Transport von 22 Brennelementen aus Reaktor 4 gelungen.

Zuvor war am heutigen Donnerstag der 5,6 Meter lange Transportbehälter mit Hilfe eines Krans aus dem Abklingbecken im fünften Stock des Reaktorgebäudes gehoben und 32 Meter tiefer auf dem Boden abgesetzt worden.

Fukushima-Reaktor 4: Transportbehälter bei Verladung am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Transportbehälter bei Verladung am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)

Nach der Dekontamination der Außenhülle folgte der Transport auf einem Fahrzeug zu einem anderen Lagergebäude in etwa 100 Meter Entfernung zum Reaktor.

Dort trafen die Brennelemente um 13:20 Uhr  ohne Zwischenfälle ein. Damit ist der eigentliche Transport abgeschlossen.

In dem Lagergebäude wurde der Behälter langsam in das dortige Becken herabgelassen.

Für den morgigen Freitag ist geplant, die Brennelemente aus dem Transportbehälter in die Halterungen des Abklingbeckens zu heben und dort zu lagern.

TEPCO erklärte, man habe den gesamten Vorgang genau beobachtet, um mögliche Verbesserungen und Erleichterungen zu erarbeiten und in die weiteren Bergungsoperationen integrieren zu können.

Fukushima-Reaktor 4: Verladung des Transportbehälters am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Verladung des Transportbehälters am 21. November 2013 (Foto: TEPCO)

Nicht zuletzt aus diesem Grund dokumentiere der Kraftwerksbetreiber den Vorgang auf Video und stellte auch den Medien entsprechendes Material zur Verfügung.

Auf diesem ist zu sehen, wie der Behälter von einem ersten Sicherungsgestell angehoben und auf die Ladefläche herabgelassen wird.

Das Gebäude, in dem die Brennelemente künftig gelagert werden sollen, gilt als sicherer, als das beschädigte Reaktorgebäude.

Nach Angaben des Betreibers könne es sogar einem Erdbeben standhalten, dass dem großen Tohoku-Erdbeben vom März 2011 entspräche.

Erneut sind auf diesen Aufnahmen der obere und untere Bereich des Transportbehälters verpixelt, um die Sicherheit zu gewährleisten wie es offiziell heißt.

Die von einigen Medien prognostizierte Katastrophe beim ersten Anheben der Brennstäbe blieb damit aus. Über die erfolgreiche Maßnahme berichteten nebe TEPCO mehrere japanische Medien, darunter Kyodo, jiji, Yomiuri Shimbun und NHK.

Testlauf von dritter ALPS-Einheit begonnen: Kraftwerksbetreiber TEPCO meldete, man habe heute die dritte ALPS-Einheit in den Testbetrieb genommen. Außerdem konnten bereits erste Erkenntnisse gewonnen werden.

AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Das Multinuklid-Filtersystem, dass in der Lage ist 62 verschiedene radioaktive Nuklide, mit Ausnahme von Tritium zu filtern, hatte in der Vergangenheit mit Problemen zu kämpfen, die sowohl auf Korrosion, als auch menschliches Versagen zurückzuführen sind. Nach Beseitigung der Mängel wurden die drei Einheiten nun nacheinander wieder in Betrieb genommen.

Erste Analysen der testweisen ALPS-Filterungen zeigen, dass es derzeit noch Probleme bei der vollständigen Filterung von vier radioaktiven Substanzen kommt. Zu ihnen gehören Antimon und Kobalt. Das Unternehmen wolle jetzt sowohl die Effektivität des Korrosionsschutzes prüfen, als auch die Filterungsprobleme beheben.

Sollten keine weiteren Probleme auftreten, hofft TEPCO die ALPS-Anlagen in kommendem Jahr in Regelbetrieb nehmen zu können. Langfristig sollen weitere Einheiten das ALPS erweitern, so dass bis März 2015 das Wasser aller Lagertanks erfolgreich durchgefiltert ist.

Das Unternehmen geht davon aus, dann auch auf größere Bereitschaft zur Verklappung der gefilterten Abwässer zu stoßen. Über den Testbetrieb der dritten Einheit berichtete die NHK.

Neustartprüfung für AKW Kashiwazaki-Kariwa begonnen: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA begann am heutigen Donnerstag mit den zuvor geplanten Sicherheitskontrollen am AKW Kashiwazaki-Kariwa.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte die Prüfung der Reaktoren 6 und 7 auf Tauglichkeit zum Neustart bereits vor zwei Monaten beantragt. Ihr Ergebnis ist Teil der Voraussetzung, um ein Hochfahren der Reaktoren durchführen zu dürfen. Heute wurde zunächst ein 90 Minuten dauerndes Gespräch zwischen Vertretern der NRA und TEPCO geführt.

Von besonderem Interesse ist dabei die Anbringung eines Filtersystems an der Lüftung, das im Fall von Druckausgleichen bei Notfällen weniger radioaktives Material in die Umgebung freiwerden lässt. Daher sollen neben den Gesprächen auch Prüfungen auf Filtervorgang und Effektivität erfolgen.

Doch neben technischen Angelegenheiten und der Frage möglicherweise aktiver geologischer Verwerfungen, könnte ein anderer Faktor einen Neustart verhindern, oder zumindest erheblich verzögern – bedarf ein solcher Schritt doch der Zustimmung von Präfektur und örtlichen Behörden.

Hirohiko Izumida, Gouverneur der Präfektur Niigata, in der sich das Kraftwerk befindet, hatte sich in der Vergangenheit bereits kritisch über die Pläne des Elektrizitätsanbieters geäußert. Über den Beginn der Prüfung berichteten Kyodo und NHK.

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