Start Aktuelles Fukushima aktuell: Aktivisten erzwingen Fisch-Boykott in Bangkok

Fukushima aktuell: Aktivisten erzwingen Fisch-Boykott in Bangkok

Thailands Händler und Restaurants reagieren auf Proteste gegen Fukushima-Fisch

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Artikelbild - Blick auf Bangkok
Bangkok: Aktivisten in Thailands Hauptstadt protestieren gegen Fisch aus Fukushima (Symbolfoto: pd)

Wie aus der Präfektur Fukushima heute zu hören ist, zeigt man sich dort unzufrieden mit den Folgen von Protesten in Thailand, die eine Normalisierung der Lebensmittelexporte behindern könnten.

Einzelheiten zur Bedeutung dieser aktuellen Fukushima News, sowie erste Reaktionen auf die Entwicklung, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. März 2018.

Boykott von Fukushima-Fisch in Bangkok

Ende vergangenen Monats jubelten Fischer der Präfektur Fukushima und auch die Medien berichteten, als die erste Fischlieferung seit der AKW-Katastrophe ins Ausland exportiert wurde. Die 143 Kilogramm Fisch gingen nach Thailand.

In Bangkok fand anlässlich der wiedergewonnenen Handelsbeziehung am 2. März in einer Kooperation von 11 Restaurants, eine große Verköstigungsaktion statt und beide Seiten sahen sich in einem vorteilhaften Verhältnis zueinander.

Doch wie die thailändische Regierung gestern mitteilte, wird der Fisch aus Fukushima nun von 11 japanischen Restaurants in der thailändischen Hauptstadt boykottiert.

Hintergrund sind Proteste von Verbraucherschützern in Thailand. Sie wehren sich gegen den Import von Fisch aus den Gewässern der Präfektur Fukushima und warfen dem thailändischen Gesundheitsministerium vor, die Bevölkerung zu gefährden.

Mittlerweile hat das Ministerium auf die Vorwürfe reagiert und öffentlich erklärt, dass auch sorgfältige Untersuchungen keine Gesundheitsgefahr für Konsumenten nachgewiesen hätten und die Produkte aus Fukushima den Sicherheitsstandards entsprechen.

Dennoch war der Druck der Aktivistengruppen offenbar so groß, dass die japanischen Restaurants finanzielle Einbußen und einen Rückgang der Gästezahlen befürchten, so dass sie die Produkte nicht länger akzeptieren wollen.

Nun fordern die thailändischen Aktivisten zudem, dass die Namen der Händler die dort Meeresprodukte aus Fukushima verkaufen, öffentlich bekannt gemacht werden sollen. Japans strenge Standards seien zwar bekannt, dennoch mangele es an Vertrauen.

Fischmesse in Thailand nach Protesten abgesagt

Aufgrund des öffentlichen Drucks wurde die „Hirame Fair“ in Bangkok, deren Start für den vergangenen Samstag geplant worden war und bis Ende des Monats laufen sollte, von den Veranstaltern abgesagt.

Die Importunternehmen und beteiligten Restaurants fürchten einen massiven Imageschaden, sollte die Veranstaltung wie geplant in einem der japanischen Restaurants stattfinden. Daher habe man sich zur Absage entschlossen.

Die Aktivisten behaupten, die Waren aus Fukushima seien „verunreinigt“ und der Konsum der Produkte gesundheitlich „gefährlich“ – Behauptungen, die nach offizieller Darstellung der Behörden jeder Grundlage entbehren.

Reaktionen aus Japan auf den Boykott

Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, bedauert den Schritt der Restaurantbetreiber in Thailand, sowie die Absage der Messe. Dies gilt umso mehr, da der Fisch bei der Premiere in Bangkok gut aufgenommen worden sei.

Auch Fischereiverbände in Fukushima zeigten sich bedrückt – habe man doch gerade Hoffnung geschöpft, eine zunehmende Normalisierung der Exportmöglichkeiten erreichen zu können.

Die Fischer der Präfektur Fukushima halten sich freiwillig an einen maximalen Cäsiumgrenzwert von 50 Becquerel pro Kilogramm – der landesweite japanische Standard liegt bei 100 Becquerel pro Kilogramm.

Als vertrauensbildende Maßnahme wird von Seiten der Fischereiverbände nun eine Einladung von Aktivisten und Verbrauchern aus Thailand angeregt, damit sich die Gäste vor Ort einen Eindruck von den Sicherheitsmaßnahmen verschaffen können.

Über die Entwicklungen berichteten zahlreiche japanische Medien, darunter Mainichi Shimbun, NHK und Präfekturmedien.