Start Aktuelles Fukushima aktuell: AKW-Arbeiter leiden an Zukunftsängsten

Fukushima aktuell: AKW-Arbeiter leiden an Zukunftsängsten

Berufliche Unsicherheit und Einkommensfragen beschäftigen Arbeitskräfte am AKW Fukushima

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Artikelbild - Fukushima-Arbeiter am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter stirbt unter (Symbolfoto: TEPCO)

Auch wenn die aktuellen Fukushima News scheinbar vor allem mit Zahlen aufwarten können, zeigen die Nachrichten aus Fukushima heute deutlich die Entwicklungen nach den Tohoku-Katastrophen.

Die Einzelheiten hierzu gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Januar 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Befragung von Fukushima-Arbeitern zu Sorgen und Ängsten
  • Festnahme nach Betrug mit Wiederaufbauhilfen für Unternehmen
  • Bereitschaft für landwirtschaftlichen Neubeginn gering
Befragung von Fukushima-Arbeitern zu Sorgen und Ängsten

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi veröffentlichte die bislang achte Auswertung einer Befragung von 5.407 Arbeitern, die mit der Beseitigung der Folgen am AKW Fukushima Daiichi beauftragt sind. Sie befasst sich mit den Sorgen und Ängsten der Beschäftigten.

Die Befragung wurde zwischen dem 28. September und 31. Oktober vergangenen Jahres durchgeführt. Von den 6.032 schriftlich befragten Arbeitern kamen 5.503 Antworten, darunter jedoch auch Enthaltungen.

Den Ergebnissen zufolge, ist die Angst vor Fortführung der Arbeit etwas höher, als die Sorge um Gesundheitsfolgen durch die Strahlenbelastung. Insgesamt gaben 2.049 von 5.404 Befragten (38,7 Prozent) an, Besorgnis wegen der Arbeit am Kernkraftwerk zu haben.

Der Prozentsatz der Arbeiter, die sich unbehaglich fühlen, befindet sich zwar grundsätzlich in einem Abwärtstrend, stieg jedoch im Vergleich zur vorangegangenen Befragung leicht um 4,4 Prozentpunkte an.

Als Gründe für ihre Beunruhigung und Ängste gaben 962 Personen die Unsicherheit an, nicht zu wissen, wie lange sie noch arbeiten können, da der Umfang der bisherigen Arbeiten nicht sichtbar sei.

Weitere 960 nannten Gesundheitsfolgen durch Radioaktivität und 644 den Umstand, dass kein gesichertes Einkommen gewährleistet sei. In diesem Punkt der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO will sich – nach einer Rücksprache mit dem Büro des Premierministers über mittel- und langfristige Baumaßnahmen – der Ängste um einen sicheren Arbeitsplatz und geregelte Bezahlungen annehmen.

Um der Angst vor Radioaktivität begegnen, verteilt das Unternehmen DVDs, in denen die Wirkungsweise auf die Gesundheit erklärt wird und will zudem mehr Ansprechpartner bieten, die über Zusammenhänge aufklären.

Doch auch positives können die Angestellten vom AKW Fukushima Daiichi berichten.

So gaben mehr als 85 Prozent der Befragten an, im Bezug auf Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsumstände, wie etwa die Senkung des Strahlungsniveaus und das Angebot von Ruhemöglichkeiten „zufrieden“ zu sein, oder bewerteten diese sogar als „gut“.

Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien

Festnahme nach Betrug mit Wiederaufbauhilfen für Unternehmen

Am gestrigen Dienstag gab die Polizei Fukushima bekannt, dass im Zusammenhang mit dem Bezug von Wiederaufbauhilfen für kleine Unternehmen zwei Männer unter Betrugsverdachts festgenommen werden konnten.

Der frühere Präsident des mittlerweile bankrotten Lebensmittelunternehmens „PC Plus“ mit Sitz in Koriyama und einem ehemaligen Manager aus Kagamiishi (Präf. Fukushima) wird illegaler Leistungsbezug vorgeworfen.

Die Verdächtigen bestreiten die gegen sie erhobenen Vorwürfe, denen zufolge sie im Juli 2012 durch Vorlage falscher Dokumente nicht vorhandene Reparaturkosten und Käufe gelten gemacht und bis Mai 2013 auf diese Weise 25,7 Millionen Yen erschwindelten.

Im vergangenen Jahr war eine Anzeige erfolgt, da der gleiche Haupttäter auch verdächtigt wird, über ein weiteres  Lebensmittelverarbeitungsunternehmen Namens „Senmi“ weitere 46 Millionen Yen veruntreut zu haben.

Über den Fall berichteten jiji und Präfekturmedien.

Bereitschaft für landwirtschaftlichen Neubeginn gering

Eine seit April letzten Jahres durchgeführte Umfrage bei 10.000 Landwirten und Unternehmensvertretern in 12 Evakuierungsgemeinden, zeigt eine geringe Bereitschaft zum Neuanfang. Bis Dezember wurden 1.012 gültige Stimmen ausgewertet.

Erstmals wurden die Ergebnisse nun veröffentlicht.

Die Mehrheit gab an, „keine Absicht“ (42,5 Prozent) zur Wiederaufnahme des Betriebs zu haben.  Deutlich geringer war die Zahl jener, die angaben, bereits wieder im Betrieb zu sein (21,6 Prozent) oder die „Absicht“ hätten, dies zu tun (19,1 Prozent).

Weitere 16,8 Prozent waren nach eigenen Angaben noch „unentschlossen“. Von der Befragung durch die gemeinsame Initiative von privatem und öffentlichem Sektor ausgenommen, waren zertifizierte Landwirte, die bereits von der Präfektur, oder anderen Behörden erfasst werden.

Hauptgrund für die Ablehnung oder Unentschlossenheit, ist die Überalterung und der Arbeitskräftemangel  (43,2 Prozent), gefolgt von der Erklärung, überhaupt keine Rückkehrabsicht zu haben.

Die Rückkehrwilligen sehen die größte Herausforderung im Schutz vor Wildschaden (42,5 Prozent), gefolgt von der Wiederherstellung der Bewässerung (34,7 Prozent).

Landwirte, die ihren Betrieb wieder aufgenommen haben, sehen die Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen, Neuerwerb von Rindern, Getreide und ähnlichem als ihr größtes Problem (41,6 Prozent).

Die gemeinsame Gruppe aus Regierung und privaten Mitarbeitern will weitere Befragungen durchführen, um die Entwicklungen zu verfolgen. Für die zertifizierten Landwirte, legte das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF) Zahlen vor.

Demnach wurden zwischen Juli und November 2016 insgesamt 522 Personen befragt ob sie die Arbeit wieder aufgenommen (61,7 Prozent) hätten, eine Wiederaufnahme planten (23,4 Prozent), keine Wiederaufnahme planten (63%) oder unsicher wären (12,1 Prozent).

Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien.