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Fukushima aktuell: AKW-Arbeiter mit Leukämie wird Entschädigung anerkannt

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Artikelbild - Medizinisch-Anatomisches Bild eines Mannes mit Organen (Grafik: pd)
Gesundheitliche Langezitfolgen bei AKW-Arbeiter anerkannt (Symbolfoto: pd)

Die Anerkennung von arbeitsbezogenen Krankheiten bei ehemaligen Angestellten ist im Fall von Arbeitern am AKW Fukushima heute immer noch selten. Ein positives Beispiel bieten dagegen die aktuellen Fukushima News.

Weitere Meldungen, etwa über den Erfolg der Kantinen für AKW-Arbeiter, oder die Bemühungen um die Wiederbelebung einer Bahnstrecke durch Sperrgebietsgemeinden, finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Dezember 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Leukämie-Entschädigung für Ex-AKW-Arbeiter bewilligt
  • AKW-Kantinen geben eine Million Mahlzeiten aus
  • Sperrgebiets-Bahnhof soll wegen Streckenplänen renoviert werden
Leukämie-Entschädigung für Ex-AKW-Arbeiter bewilligt

Die Leukämierkrankung eines langjährigen Angestellten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, wurde nun offiziell als Folge seiner neunmonatigen Tätigkeit während der Akutphase der Krise anerkannt, so dass er Anrecht auf Entschädigung hat.

Der Arbeiter war von 1994 bis 2016 am Kernkraftwerk tätig. Während der Zeit vom März bis Dezember 2011 umfassten seine Aufgaben auch die Einspeisung von Kühlwasser in die Sicherheitsbehälter dortiger Reaktoren.

Nachdem im Februar 2016 Leukämie diagnostiziert wurde, reichte er einen Antrag auf Entschädigung wegen einer Erkrankung mit Arbeitsbezug bei der zuständigen Stelle in Tomioka ein.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) erkannte die damals erlittene Strahlungsbelastung von 99,3 Millisievert als Krankheitsursache an, da die gesetzlichen Vorgaben in hinreichender Weise erfüllt wurden.

Leistungsberechtigt ist, wer eine Leukämie-Diagnose mehr als ein Jahr nach der ersten Strahlungsbelastung erhält, die jährliche Strahlungsdosis über fünf Millisievert lag und andere Faktoren als wesentliche Ursachen für die Erkrankung ausgeschlossen werden können.

Somit gibt es nun vier Fälle, in denen Entschädigungen wegen arbeitsbedingter Krebserkrankung bei Fukushima-Arbeiten gewährt wurden. In drei Fällen ging es dabei um Leukämie. Erst im Dezember 2016 war auch ein Schilddrüsenkrebsfall anerkannt worden.

Nach Angaben des MHLW hatten bislang 16 Krebspatienten, die als AKW-Arbeiter in Fukushima tätig waren, eine Anerkennung beantragt. In fünf Fällen wurden die Anträge abgelehnt, in zwei weiteren Fällen wurde die Forderung von den Betroffenen fallen gelassen.

Über den aktuellen Fall berichteten mehrere Medien, darunter die Asahi Shimbun und die NHK.

AKW-Kantinen geben eine Million Mahlzeiten aus

In den mittlerweile drei Kantinen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, wurde am 7. Dezember die einmillionste Mahlzeit ausgegeben. Aus diesem Anlass wurde heute ein Sondermenü serviert.

Der Betreiber dieser Einrichtungen, das  „Fukushima Reconstruction Food Center“ in Okuma teilte mit, dass seit Beginn des Betriebs im April 2015 nun eine Million Speisen zubereitet und ausgegeben wurden.

Es gibt täglich die Auswahl zwischen fünf Menüs, die alle zum Preis von 380 Yen verkauft werden. An Wochentagen werden etwa zweitausend Mahlzeiten ausgeteilt. Die Zutaten stammen dabei, soweit wie möglich, aus der Präfektur Fukushima.

Über den besonderen Anlass und das Menü aus knusprigem Schweineschnitzel und der lokalen Nudelspezialität Namiyaki Soba berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

In der Vergangenheit waren nach der Kritik an den Lebensumständen der Arbeiter während der Akutphase der Krise, zahlreiche Verbesserungen eingeführt worden, über die wir bereits mehrfach berichteten.

Dazu gehören der Bau von Küchenzentren (März 2015), die Schaffung neuer  Kantinengebäude (Juni 2015), sowie neue Wohnkomplexe und öffentliche Einkaufsmöglichkeiten (März 2016) im Bereich der Kraftwerksanlage.

Sperrgebiets-Bahnhof soll wegen Streckenplänen renoviert werden

Am gestrigen Mittwoch gab die Verwaltung der Ortschaft Okuma bekannt, auch den Bahnhof Ono innerhalb des kommenden Fiskaljahrs wieder betriebsbereit machen zu wollen. Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich auch ein Teil des AKW-Geländes.

Der Bahnhof Ono befindet sich in einem Gebiet mit hohem radioaktiven Kontaminationsgrad, ist jedoch Teil der Joban-Linie. Deren Betreiber, Japan Railways (JR) will die gesamte Strecke dieser Linie im Jahr 2019 vollständig freigeben können.

Zuvor sind jedoch umfangreiche Arbeiten erforderlich. So muss die Decke, die durch das Tohoku-Großbeben im März 2011 beschädigt wurde, ebenso repariert werden, wie die Schäden an den Wänden, Dekontaminationsarbeiten usw.

Für die kommenden zwei Jahre ist ein Budget von 266 Millionen Yen vorgesehen. Weitere Gespräche mit der Betreiberfirma sollen folgen. Das berichten Präfekturmedien