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Fukushima aktuell: AKW-Arbeiter stürzt in Lagertank

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Artikelbild - AKW Fukushima: Arbeiter stürzt in Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter stürzt in Lagertank (Foto: TEPCO)

Die Serie von Arbeitsunfällen setzte sich am AKW Fukushima heute fort und auch die Fukushima News vom Wochenende zeigen erneut Probleme auf der Kraftwerksanlage. Mehr zu dem, was am Kraftwerk in Japan heute geschah, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Januar 2015.

  • Kraftwerksarbeiter stürzt in Lagertank
  • Leck an Entsalzungsanlage
  • Ölleck an Bohrer für Eiswallarbeiten
  • Erneute Standarverklappung durchgeführt
  • Neustartklage wegen befürchteter Gegenklage eingestellt
  • TEPCO kämpft gegen die Zeit

Kraftwerksarbeiter stürzt in Lagertank: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO aktuell meldet, kam es am Kernkraftwerk in Fukushima heute zu einem weiteren Arbeitsunfall. Es handelt sich um den dritten offiziellen Zwischenfall seit Jahresbeginn.

Demnach sei am heutigen Montag ein Angestellter eines Partnerunternehmens, bei Kontrollen an einem der Lagertanks für Regenwasser, nach der Öffnung des Deckels, zehn Meter in den unbeleuchteten Behälter gestürzt. Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich kein Wasser in dem Tank.

Warum der Mann Mitte 50 trotz der Vorschrift, einen Sicherungsgurt zu tragen, in den Behälter stürzen konnte, ist bislang unklar. Die Arbeiter waren mit Leckkontrollen beschäftigt. In deren Verlauf wird auch das Innere der Behälter untersucht.

Der Verletzte sei zwar bei Bewusstsein gewesen, sich jedoch nicht bewegen können und wurde in das Krankenhaus Iwaki gebracht. Der Betreiber ließ mitteilen, man untersuche die Umstände des Zwischenfalls.

Es wurde keine radioaktive Kontamination am Körper des Arbeiters festgestellt. Über den Arbeitsunfall berichteten zunächst Kraftwerksbetreiber TEPCO und Präfekturmedien. Seit Beginn des Jahres 2015 wurden bereits zwei Arbeitsunfälle gemeldet.

Leck an Entsalzungsanlage: Am heutigen Montag kam es gegen 15:13 Uhr zum Alarm des Leckdetektors einer Entsalzungsanlage, die sich nördlich der Reaktoren 5 und 6 befindet. Wenig später wurde eine 1 x 5 Meter messende Wasserlache entdeckt.

Nach dem Halt der Anlage stoppte auch der Austritt des Wassers. Da die Flüssigkeit innerhalb des Anlagenbereichs blieb, gelangte kein Material in die Umwelt. Gegenwärtig würden die Situation, sowie die Ursache für das Leck ermittelt.

Später wurden die Angaben um die Analysewerte des ausgetretenen Wassers ergänzt. Demnach lag die Belastung des ausgetretenen Wassers mit Cäsium-134 bei 19 Becquerel pro Liter und bei Cäsium-137 bei 68 Becquerel. Die Gesamtmenge der Betastrahler wird mit 610 Becquerel pro Liter angegeben.

Die Untersuchung des in einem Plastiktanks befindlichen Wassers ergab Cäsiumwerte unter dem Nachweiswert. Über den Fund berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Ölleck an Bohrer für Eiswallarbeiten: Am Samstag entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens gegen 18:10 Uhr, den Austritt von Öl an einem Hydraulikschlauch eines Bohrgeräts, dass für den Bau der unterirdischen Grundwasserbarriere („Eiswall“) eingesetzt wird.

Arbeiten an der Barriere werden von Kraftwerksbetreiber TEPCO als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Stilllegung des Kernkraftwerks angesehen. Störungen der Arbeitsabläufe sind daher besonders unwillkommen.

Das Öl trat tropfend aus und gegen 18:39 Uhr wurde die Feuerwehr Tomioka über den Fund informiert. Nach Angaben von TEPCO geht man aufgrund der Leckstelle davon aus, dass es sich um Steueröl handelt.

Die Flüssigkeit verbreitete sich auf einer Fläche von 2 x 3 Metern. Da das Öl jedoch auf dem Metallbereich des Geräts verblieb, konnte es durch den Einsatz von Absorptionsmatten gesichert werden. Die  ausgetretene Gesamtmenge wird auf etwa 40 Liter geschätzt.

Nachdem ein Stopp des Ölflusses, durch die Entfernung des Schlauchs und die Anbringung eines Pfropfen am Befestigungsloch des Schlauchs erreicht werden konnte, war die Situation wieder unter Kontrolle. Über den Zwischenfall berichtete TEPCO.

Erneute Standarverklappung durchgeführt: Am Samstag führte der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zwischen 10:04Uhr und 18:25 Uhr, eine weitere Verklappung von Berggrundwasser in den Pazifik durch, um einen  Einfluss auf das Grundwasser des Kraftwerksgeländes zu verhindern.

Bei der Maßnahme, die nach Angaben von TEPCO problemlos verlief, wurde eine Gesamtmenge von 2.120 Tonnen in den Pazifischen Ozean eingeleitet. Die in der Vergangenheit geäußerten Zweifel an der Verklappung, waren letztlich durch eine Bestätigung der Effektivität der Verklappungsarbeiten widerlegt worden.

Neustartklage wegen befürchteter Gegenklage eingestellt: Wie der Anwalt einer Bürgergruppe, die einen Gerichtsentscheid gegen den geplanten Neustart des AKW Sendai erwirken wollte, am Samstag mitteilte, haben 10 der insgesamt 23 Einwohner ihre Forderungen fallen gelassen.

Ursache hierfür ist die Ankündung des Betreiberunternehmens Kyushu Electric, Entschädigungsforderungen gelten zu machen, wenn der Neustart verzögert und das Unternehmen so finanzielle Nachteile erleiten könnte.  Im Jahr 2012 war von einer andere Gruppe bereits eine erste Klage aufgrund von Sicherheitsbedenken eingereicht worden.

Über den teilweisen Rückzug der Neustartgegner berichtete die Kyodo.

TEPCO kämpft gegen die Zeit: Nachdem bereits die Regierung bei der Entsorgung kontaminierter Abfälle der Präfektur Fukushima ungewollte Verzögerungen ankündigte, steht nun auch für TEPCO der eigene Zeitplan auf dem Spiel.

Während des Besuchs von Premierminister Shinzo Abe im September 2013 versprach das Unternehmen, bis März 2015 die bislang angefallenen Abwässer ausreichend zu filtern, um eine Umweltgefährdung durch Lecks zu verhindern. Doch rechtlich bindende Vorgaben gibt es nicht.

Tatsächlich werden aktuellen Berechnungen zufolge, womöglich weder der Einsatz des im Frühjahr 2013 gestarteten Multinuklid-Filtersystems ALPS, noch der Beginn der Nutzung zusätzlicher ALPS-Anlagen im Herbst 2014 und der Start einer Strontium-Filteranlage am 10. Januar 2015 ausreichen.

Selbst der Versuch, Wasser, dessen Strontiumgehalt ausreichend gesenkt wurde, als „gefiltert“ zu deklarieren, auch wenn noch anderes radioaktives Material enthalten ist, könnte scheitern, denn tatsächlich sind die neuen Anlagen nicht einmal im Vollbetrieb und die neuen ALPS-Anlagen zeigten bereits Probleme.

Mit Stand vom 15. Januar lagern immer noch 280.000 Tonnen unverarbeites Wasser auf dem Gelände.

Auch der für März 2015 angekündigte Start der Bodenfrostung durch einen unterirdischen Rohrkreislauf mit chemischem Kühlmittel („Eiswall“) ist aufgrund von Schwierigkeiten ungewiss. Über die ablaufende Zeit berichtet die Asahi Shimbun.

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