Start Aktuelles Fukushima aktuell: AKW-Betreiber entschädigt Angehörige von Suizidopfer

Fukushima aktuell: AKW-Betreiber entschädigt Angehörige von Suizidopfer

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Artikelbild - Übergangshaussiedlung (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Nicht nur in Fukushima präsent: Übergangshäuser in der Präfektur Miyagi (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Neben der Haltung des Unternehmens TEPCO zur Entschädigungsklage, wird im Zusammenhang mit der Präfektur Fukushima heute auch vom Besuch des neuen Umweltministers berichtet. Desweiteren stehen mehrere alte Reaktoren vor dem aus – Neustarts soll es dennoch geben. Details zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. September 2014.
Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO will Urteil zu Suizid-Entschädigung nicht anfechten
  • Stilllegung von Reaktoren der AKW Mihama und Genkai geplant
  • Neuer Umweltminister besucht Fukushima

TEPCO will Urteil zu Suizid-Entschädigung nicht anfechten: Kraftwerksbetreiber TEPCO gab am Freitag bekannt, das Unternehmen verzichte im Fall der Entschädigungsforderung nach einem Suizid auf einen Einspruch, sondern erklärte, man wolle die Angelegenheit so schnell wie möglich klären. Das berichtete die Kyodo.

Das Gericht hatte am 26. August geurteilt, der Suizid von Hamako Watanabe, einer einstigen Bewohnerin des Sperrgebiets in Fukushima, sei eine direkte Folge der Evakuierung, so dass TEPCO in einem Gerichtsentscheid zur Zahlung von 49 Millionen Yen an die Hinterbliebenen verurteilt wurde. Frau Watanabe hatte sich bei einer zeitlich beschränkten Rückkehr an ihren einstigen Wohnort dort selbst verbrannt.

Stilllegung von Reaktoren der AKW Mihama und Genkai geplant: Zwei japanische Elektrizitätsunternehmen die als Betreiber von Kernkraftwerken tätig sind, planen die dauerhafte Stilllegung von überalteten Reaktoren an Kraftwerken, da technische Aufrüstungen zur Erfüllung der neuen Sicherheitststandards zu kostenintensiv wären.

Betroffen wären davon die Reaktoren 1 und 2 des AKW Mihama (Präf. Fukui), das von Kansai Electric (KEPCO) betrieben wird, so dass dort nur noch ein Reaktor genutzt würde, sowie der Reaktor 1 des AKW Genkai (Präf. Saga), das Kyushu Electric gehört. Dort wären anschließend noch drei Reaktoren in Betrieb.

Die betroffenen Reaktoren sind im Fall des AKW Genkai 38 Jahre alt, die Abschaltungskandidaten am AKW Mihama sind bereits über 40 Jahre im Betrieb.

Die Entscheidung zur Stilllegung des AKW Mihama soll nach Beratungen mit Präfekturleitung und Gemeinden noch vor Ende des Jahres fallen. Allerdings strebt Kansai Electric im Gegenzug für die Reaktorstilllegungen einen Neustart der vergleichsweise modernen Reaktoren am AKW Takahama an.

Die im Rahmen der Kabinettsumstrukturierung zur ersten weiblichen Vorsitzende des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) ernannte Yuko Obuchi hatte bereits gestern erklärt, angesichts der laufenden Sicherheitsprüfungen an AKW sei mit einem Bau von neuen Kernkraftwerken nicht in absehbarer Zukunft zu rechnen. Über die Stilllegungspläne berichteten mehrere Medien, darunter die Kyodo und Asahi Shimbun unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Neuer Umweltminister besucht Fukushima: Nach der Umbildung des Kabinetts Abe, besuchte heute mit Yoshio Mochiduki der neue Umweltminister Japans die Präfektur Fukushima. Dort traf er sich mit Gouverneur Yuhei Sato, als auch Verantwortlichen der Gemeinden Futaba und Okuma, die ihre Einwilligung zum Zwischenlagerbau auf ihrem Gelände gegeben hatten.

Minister Mochiduki erklärte, die Regierung werde niemals die schwere Entscheidung für diese Genehmigung vergessen und er selbst werde durch sorgfältige Erklärungen versuchen, auch das Vertrauen der örtlichen Gemeinden zu gewinnen. Er versprach dem Gouverneur, den Gesetzesentwurf, der den Abtransport innerhalb von 30 Jahren vorsieht, möglichst noch im Herbst durchzusetzen.

Bei einem Treffen mit den Bürgermeistern der beiden betroffenen Ortschaften bat er um Kooperation, und beide Seiten sind sich darüber einig, dass ohne genaue und leicht verständliche Erklärungen von Seiten der Regierung, keine Pacht oder Landerwerbsbemühungen möglich sein werden. Das berichtete die NHK.

Die Verwaltungen haben bislang zwar ihr allgemeines Einverständnis zum Lagerbau gegeben, jedoch noch keine Genehmigung zur tatsächlichen Einlagerung erteilt. Auch sind die genauen Grundstücke offenbar noch nicht hinreichend bestimmt. Den Grundstückseigentümern steht es frei, ihr Land an die Regierung zu verkaufen, oder aber langfristig zu verpachten.

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