Fukushima aktuell: AKW-Gegner für Regierung bedenklicher als Wasserleck

Fukushima aktuell: AKW-Gegner für Regierung bedenklicher als Wasserleck

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Artikelbild - Atomkraftgegner-Demonstration am 3. August 2012 in Tokyo (Foto: pd)
Altes Problem und alte Proteste - Atomkraftgegner-Demonstration am 3. August 2012 in Tokyo (Foto: pd)

Eine Gerichtsentscheidung zum Protestcamp japanischer Atomkraftgegner und die Haltung der Regierung zu den jüngsten Wasserlecks dürften Beobachter der Katastrophenfolgen von Fukushima heute beschäftigen. Weitere Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Februar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Regierung sieht keine Gefahr durch jüngstes Wasserleck
  • Atomkraftgegner juristisch zum Abbau ihrer Zelte aufgefordert
  • Arbeiten an Kühlsystemen von zwei Abklingbecken
  • Illegale Entsorgung von kontaminiertem Material entdeckt
  • Großbritanniens Prinz William besucht Japan

Regierung sieht keine Gefahr durch jüngstes Wasserleck: Die Verheimlichung eines radioaktiven Wasserflusses in das Meer, hat bei Fischereiverbänden für Besorgnis und Verägerung geführt. Auch der Gouverneur der Präfektur Fukushima drückte seinen Ärger aus.

Nach Angaben der Asahi Shimbun schienen Vertreter der Regierung in Tokyo deutlich weniger besorgt über die Entdeckung zu sein, als Verwaltung und Fischer der Präfektur.

Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte gestern auf der Pressekonferenz „die Situation ist unter Kontrolle“ und die Messwerte im Meer gering.

Doch mit der Atomaufsichtsbehörde NRA zeigt sich sogar eine Regierungsstelle verärgert, habe man doch erst vor wenigen Tagen von der Entdeckung radioaktiven Materials erfahren.

Derartige Zwischenfälle, die Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten, müssten umgehend bekannt gemacht werden, forderte der NRA-Vorsitzende Tanaka.

Über die Haltung der Regierung zum Austritt von kontaminiertem Wasser in den Pazifik berichtete die Asahi Shimbun.

Atomkraftgegner juristisch zum Abbau ihrer Zelte aufgefordert: Ein heutiger Gerichtsbescheid ordnete an, dass die Atomkraftgegner, die 2011 Zelte auf dem Gelände des Industrieministeriums aufgestellt hatten, diese nun entfernen müssen.

Von dort waren nach der Kraftwerkskatastrophe verschiedene Protestaktivitäten wie Menschenketten und Live-Übertragungen der Proteste über das Internet organisiert.

Zudem wurden die führenden Aktivisten zur Zahlung einer Grundstücknutzungsgebühr angewiesen, die mit jedem Tag, den die Zelte stehen bleiben, weiter ansteigt.

Als Begründung führte das Gericht an, die Zelte würden Informationstafeln des Ministeriums verdecken und dadurch den Besuchern Unannehmlichkeiten bereiten.

Nach Angaben der NHK soll sich die derzeit zu zahlende Gesamtsumme auf 28,9 Millionen Yen belaufen.

Zudem habe ein Brand der Zelte bereits gezeigt, dass sie ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Aktivisten bezeichneten das Urteil als erwartet, aber enttäuschend. Über die Anordnung berichteten Kyodo und NHK.

Arbeiten an Kühlsystemen von zwei Abklingbecken: Sowohl am Abklingbecken von Reaktor 3, als auch von Reaktor 2, machten Arbeiten die kontrollierte Abschaltung des Kühlsystems erforderlich.

Während die Arbeiten im Gebäude von Reaktor 3 bereits gestern erfolgreich abgeschlossen werden konnten und die Temperatur während der Arbeiten von 21,6 auf 22 Grad Celsius gestiegen war, begannen die Arbeiten in Reaktor 2 erst heute.

Dort wurde zur Reparatur eines Ventils sowohl das Kühlsystem, als auch eine Kompressoranlage abgestellt. Da die Temperatur zu diesem Zeitpunkt bei 26,9 Grad lag und ein Maximalanstieg um 1,9 Grad erwartet wird, rechnet man auch hier mit keinen Problemen, da der festgelegte Grenzwert von 65 Grad Celsius deutlich unterschritten wird.

Über die Arbeiten berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO am  heutigen Donnerstag.

Illegale Entsorgung von kontaminiertem Material entdeckt: Wie eine Untersuchung des Umweltministeriums ergab, entsorgten Angestellte eines Subunternehmens bei Dekontaminationsarbeiten in Minamisoma (Bezirk Odaka) verschiedene Abfälle, wie etwa Zweige, einfach, indem sie diese in großen Gruben beseitigten.

Da Ausmaß und Art der Gruben den Einsatz von schwerem Gerät erforderlich gemacht haben dürfen, geht man von mehreren Tätern aus und vermutetet eine organisierte illegale Entsorgung.

Das übergeordnete Unternehmen wurde über die Entdeckung informiert. Über die Entdeckung berichteten Präfekturmedien.

Großbritanniens Prinz William besucht Japan: Der britische Kronprinz William begann seinen viertägigen Japanbesuch heute mit der Teilnahme an einer traditionellen Teezeremonie.

Neben verschiedenen repräsentativen Auftritten, etwa einem Essen in einem der traditionellen Herbergen (ryokan) mit Premierminister Shinzo Abe und einer Einladung durch den Tenno, liegt das internationale Augenmerk vor allem auf den Besuch der Region Tohoku.

Dort wird er Gebiete, die von den Katastrophen am 11. März 2011 getroffen wurden besuchen, um die Überlebenden zu ermutigen und der etwa 19.000 Todesopfer zu gedenken.

Hierzu gehören am Wochenende Koriyama (Präf. Fukushima), Ishinomaki (Präf. Miyagi) und Onagawa (Präf. Iwate). Über den Besuch berichteten mehrere japanische Medien wie Kyodo und Asahi Shimbun.

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