Fukushima aktuell: AKW-Roboter für Katastropheneinsätze weiterentwickelt

Fukushima aktuell: AKW-Roboter für Katastropheneinsätze weiterentwickelt

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Artikelbild - Vom Tsunami zerstörtes Gebäude (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Neuer Roboter: Statt AKW-Mission womöglich künftig im Rettungseinsatz (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Robotertechnologie gilt für die Präfektur Fukushima heute neben der Entwicklung von Konzepten für regenerative Energien als wichtiges Standbein für den Wiederaufbau.

Die aktuellen Fukushima News zeigen nun, dass diese Entwicklungen nicht auf Reaktoreinsätze beschränkt sind, sondern auch Leben retten könnten. Die Einzelheiten gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Juni 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Schlangen-Roboter für Katastropheneinsätze entwickelt
  • Wasser an  Filteranlage übergelaufen
  • Suche nach Tohoku-Todesopfern
Schlangen-Roboter für Katastropheneinsätze entwickelt

Eine Gruppe von Forschern an der Tohoku-Universität stelle heute einen Roboter vor, der durch Einsatz von Druckluft seinen Kopf wie eine Kobra heben kann und dadurch besser über Hindernisse, wie etwa Trümmer, blicken kann.

Es ist der erste schlangenartige Roboter der Welt, der über die Fähigkeit verfügt, sich mit aufgerichtetem Frontteil fortzubewegen, so die Wissenschaftler.

Der acht Meter lange Roboter hat einen Durchmesser von etwa fünf Zentimetern und wiegt dabei drei Kilo. Durch die Einspeisung von Luft durch die Schläuche kann der Kopf mit der daran befestigten Kamera bis zu 30 Zentimeter gehoben werden.

Die Fortbewegung des gänzlich aus Kunststoff bestehenden Geräts wird durch vibrierende Härchen gewährleistet, was schwere Erschütterungen vermeidet und das navigieren in einsturzgefährdeten Gebäuden möglich macht.

Das Gerät soll im Fall von Katastrophen leichter in Gebäude vordringen und dort Aufnahmen machen können, um so mögliche Überlebende dort auszumachen. Sollte alles wie geplant verlaufen, kann der Roboter schon in drei Jahren zum Einsatz kommen.

Interessant ist dabei, dass es sich eigentlich um einen alten Bekannten handelt – er wurde in seiner Grundform bereits in Gebäuden des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi eingesetzt und schließlich weiterentwickelt.

So ist er nun auch in der Lage, über Objekte von bis zu 20 Zentimetern Höhe zu klettern, was im Zusammenhang mit der Kamera einen Vorteil bei der Erkundung von unwegsamen Terrain bietet.

Über die technische Weiterentwicklung berichteten die jiji, sowie Präfekturmedien.

Wasser an Filteranlage übergelaufen

Am heutigen Montag wurde das Notfallzentrum des AKW Fukushima Daiichi gegen 10:18 Uhr darüber informiert, dass Wasser aus einem Becken zur Probenentnahme überlief und sich auf dem Boden des Bereichs um die Multinuklid-Filteranlage C ausbreitete.

Angestellte des Kraftwerksbetreibers TEPCO entdeckten das übergelaufene Wasser, das sich auch einer Fläche von 6m x 6m ausgebreitet hatte. Der vom Überlaufen betroffene Bereich befindet sich offenbar am Ausgangsende einer Pumpe.

Als Sicherheitsmaßnahme wurde das Zulaufventil geschlossen, woraufhin erwartungsgemäß der Wasserzufluss stoppte und das Überlaufen ebenfalls endete. Da sich dort Betonbarrieren als Dämme befinden, gelangte kein Wasser in die Umwelt.

Über den Zwischenfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Suche nach Tohoku-Todesopfern

Wie an jedem 11. eines Monats  machten sich auch gestern freiwillige Helfer und Polizeikräfte auf die Suche nach Überresten und persönlichen Gegenständen von Personen, die seit der Tohoku-Katastrophen vom 11. März 2011 vermisst werden.

An einer Suche an den Stränden der Ortschaft Futaba beteiligten sich Kräfte der örtlichen Polizei. Dort gelten offiziell noch vier Einwohner als vermisst.

Das Großbeben und der damit verbundene Tsunami in der Region Tohoku kosteten nach aktuellen Zahlen der Nationalen Polizeibehörde (NPA) 15.894 Menschen das Leben. Davon sind 69 Personen noch nicht identifiziert.

In insgesamt sechs Präfekturen gelten 2.550 Menschen offiziell noch als vermisst.

Unterdessen beträgt die Zahl der Evakuierten, die in ihren Unterkünften, oder aufgrund von Todesursachen mit Katastrophenbezug starben, mindestens 3.523 (Stand Ende September 2016). Über die Zahlen berichtete die NHK.

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